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Proteste in Louisville : Anklage im Fall Breonna Taylor sorgt für Empörung

  • Aktualisiert am

Empörung über die Anklage: Protestierende laufen durch Louisville. Bild: Reuters

Der Tod von Breonna Taylor hatte im März ganz Amerika erschüttert. Ein beteiligter Polizist wird nun angeklagt. Dabei geht es jedoch nicht um die tödlichen Schüsse, was Empörung und Proteste auslöst.

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          Sechs Monate nach den tödlichen Polizeischüssen auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor in ihrer eigenen Wohnung hat die Justiz einen Polizisten angeklagt – allerdings nicht wegen der tödlichen Schüsse selbst. Dem inzwischen entlassenen Beamten Brett Hankison wird eine fahrlässige Gefährdung des Lebens anderer zur Last gelegt, wie der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Kentucky, Daniel Cameron, am Mittwoch mitteilte.

          Dabei geht es aber um Schüsse des weißen Polizisten bei dem Einsatz, die in eine Nachbarwohnung gegangen waren. Dort hielten sich zum fraglichen Zeitpunkt drei Menschen auf, die unverletzt blieben. Gegen zwei weitere an dem Einsatz beteiligte Polizisten, deren Kugeln Taylor getroffen hatten, wurden hingegen keine strafrechtliche Vorwürfe erhoben.

          Anwalt reagiert empört

          Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump, der die Familie Taylor vertritt, sprach bei Twitter deswegen von einer „empörenden und beleidigenden“ Justizentscheidung. In der Stadt Louisville, wo Taylor im März getötet worden war, gingen Demonstranten auf die Straße.

          Bürgermeister Greg Fischer hatte aus Sorge vor Ausschreitungen bereits am Vortag den Ausnahmezustand verhängt. Die Polizei errichtete Barrikaden in der Innenstadt, Geschäfte und Restaurants schützten ihre Glasfassaden mit Sperrholzplatten.

          Polizisten stürmten nachts ihre Wohnung

          Taylor war am 13. März in Louisville in Kentucky in ihrer eigenen Wohnung von weißen Polizisten erschossen worden. Drei Beamte in Zivil hatten die Wohnung bei einer nächtlichen Drogen-Razzia gestürmt. Taylors Freund, der mit der 26 Jahre alten Rettungssanitäterin im Bett lag, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, gab mit seiner Waffe einen Schuss ab und verletzte einen Beamten. Die drei Beamte feuerten daraufhin ihre Dienstwaffen ab.

          Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Cameron wurde Taylor von sechs Kugeln getroffen, von denen eine tödlich war. Ihr Freund blieb unbehelligt. Insgesamt gaben die Polizisten 32 Schüsse ab. Der verletzte Beamte und der neben ihm stehende Polizist hätten rechtmäßig auf den Schuss von Taylors Freund mit eigenen Schüssen reagiert, sagte Cameron.

          Das gilt nach Einschätzung der Justiz aber nicht für den dritten Polizisten Hankison. Er traf zwar offenbar nicht Taylor selbst, mehrere seiner Schüsse gingen aber in eine Nachbarwohnung. Ihm wird deswegen eine fahrlässige Gefährdung des Lebens anderer in drei Fällen zur Last gelegt. Für jeden dieser Anklagepunkte stehen bis zu fünf Jahre Haft.

          Prominente fordern Gerechtigkeit für Taylor

          Der Fall Taylor hat landesweit für Empörung gesorgt. Bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai wurden immer wieder auch Taylors Bild gezeigt und ihr Name genannt – sie ist eine der Symbolfiguren der Black-Lives-Matter-Bewegung.

          Prominente wie die Sängerin Beyoncé, Moderatorin Oprah Winfrey und Basketballstar LeBron James haben Gerechtigkeit für Taylor gefordert. Mitte September einigte sich Taylors Familie mit der Stadt Louisville auf eine Entschädigungszahlung von zwölf Millionen Dollar.

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