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Steuern des Präsidenten : Wie viel Geld hat Trump noch?

Donald Trump in Washington im April 2018 Bild: EPA

Donald Trump soll in den vergangenen Jahren kaum Steuern gezahlt haben. Finanziell gehe es ihm nicht gut, heißt es in einem Medienbericht. Er habe Hunderte Millionen Dollar Schulden – und es könnten noch mehr werden.

          5 Min.

          750 Dollar. So wenige Steuern soll der amerikanische Präsident Donald Trump jeweils in den Jahren 2016 und 2017 gezahlt haben, berichtet die „New York Times“. Und das sei im Verhältnis noch viel gewesen. In mindestens elf Jahren der vergangenen zwei Jahrzehnte habe Trump nichts gezahlt. Er habe massiv Ausgaben für seine Unternehmen, die andere als persönliche Ausgaben ansehen würden, von der Steuer abgesetzt und große Verluste aus den Vorjahren geltend gemacht. Trump habe damit weniger Steuern gezahlt als ein Großteil der reichsten 0,001 Prozent der Amerikaner.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Die Zeitung beruft sich auf Steuerunterlagen des Präsidenten aus achtzehn Jahren aus mehr als zwei Jahrzehnten. Wie sie an die Unterlagen gekommen ist, legt sie nicht offen. Sie werde sie auch nicht veröffentlichen, um ihre Quellen nicht zu gefährden, heißt es in einer Stellungnahme der Redaktion. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass die Papiere von Menschen kämen, die legal Zugang dazu gehabt hätten. Die Unterlagen der beiden vergangenen Jahre 2018 und 2019 seien nicht darunter.

          Donald Trumps Steuerklärungen sind Gegenstand eines jahrelangen Streits des Präsidenten mit den amerikanischen Medien. Nachdem 1973 der damalige Präsident Richard Nixon angegeben hatte, nur knapp 800 Dollar Steuern zu zahlen, gab es einen großen Disput in der Öffentlichkeit, der dazu führte, dass seitdem jeder Präsident und meist auch die Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärungen offenlegten. Nicht so Donald Trump.

          Seit Jahren weigert er sich, der Öffentlichkeit Einblick zu gewähren. Zum einen führt er an, dass es in seinen Steuererklärungen nichts zu entdecken gebe, sie seien langweilig und die meisten Menschen würden sie sowieso nicht verstehen. Zum anderen sagt er, dass seine Steuererklärungen seit dem Jahr 2010 von der Steuerbehörde I.R.S. einer Überprüfung unterzogen würden und er sie deshalb nicht veröffentlichen könne. Die Überprüfung gibt es tatsächlich, doch der Chef der Steuerbehörde hat gesagt, dass Trump trotzdem damit an die Öffentlichkeit gehen könne.

          Für Trump kommt die Veröffentlichung des Artikels in der „New York Times“ zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Am Dienstag findet in Cleveland die erste Debatte mit seinem Konkurrenten Joe Biden statt. Für den Demokraten ist der Bericht Munition im Wahlkampf, die er bei dieser Gelegenheit nutzen kann, auch wenn die Unterlagen keine neuen Tatsachen hinsichtlich Trumps Beziehungen zu Russland oder der Zahlung von Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels enthalten.

          72,9 Millionen zurückerhalten

          Der Bericht der „New York Times“ unterminiert aber einen der wichtigsten Punkte, mit denen sich Trump den Wählern empfiehlt: sein Können als Geschäftsmann. Die Unterlagen unterstreichen eher eine andere seiner Rollen, die er auch gerne spielt: die eines Showmans. Trump hat von sich das Bild eines erfolgreichen Unternehmers geschaffen. Doch hinter dieser Fassade liegt dem Bericht zufolge ein Haufen Schulden.

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