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Atomgespräche mit Russland : China wittert eine amerikanische Finte

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Fu Cong, Direktor für Abrüstung im chinesischen Außenministerium, bei einer Pressekonferenz in Peking Bild: Reuters

Peking will nicht mit Washington und Moskau über Atomwaffen verhandeln. China wirft der Trump-Regierung vor, nur einen Vorwand für das Scheitern der New-Start-Verhandlungen zu suchen.

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          China sträubt sich gegen Forderungen der Vereinigten Staaten, dass es an Verhandlungen über die atomare Abrüstung teilnehmen solle. Die Volksrepublik habe ein viel kleineres Atomwaffenarsenal als Russland und die Vereinigten Staaten, sagte der Direktor für Abrüstung im chinesischen Außenministerium, Fu Cong, am Mittwoch. Die Amerikaner hätten China nur hinzugebeten, um einen Vorwand zu haben, die Gespräche über ein Nachfolgeabkommen für den „New Start“-Vertrag mit Russland scheitern zu lassen.

          Der Vertrag aus dem Jahr 2010 zur Reduzierung der atomaren Langstreckenraketen ist das letzte verbliebene Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, das die Arsenale der beiden wichtigsten Atommächte begrenzt. Er läuft im Februar aus.

          Washington hatte im Frühjahr zunächst den Eindruck zu erwecken versucht, China sei bereit, in trilaterale Abrüstungsgespräche mit Russland einzutreten. Als es im Juni dann doch zu einem bilateralen amerikanisch-russischen Treffen in Wien kam, postete der amerikanische Unterhändler Marshall Billingslea ein Bild des Verhandlungstisches, auf dem chinesische Fahnen aufgestellt waren, als ob eine chinesische Delegation erwartet worden wäre. Fu kommentierte auf Twitter, das sei eine merkwürdige Szene. China habe nie zugesagt, an den Gesprächen teilzunehmen.

          Billingslea bekräftigte jüngst, jeder neue Vertrag müsse auch Auflagen für China enthalten. Die internationale Gemeinschaft werde die Volksrepublik hoffentlich entsprechend unter Druck setzen.

          Fu nannte Amerikas Herangehensweise unrealistisch. Erst einmal sollten die Vereinigten Staaten und Russland abrüsten, dann könnten sich China und andere kleinere Atommächte beteiligen. „Falls die Vereinigten Staaten erklären, dass sie auf den chinesischen Stand abrüsten werden, wäre China glücklich am nächsten Tag teilzunehmen“, versicherte Fu. „Aber tatsächlich wissen wir, dass dies nicht passieren wird.“

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