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Schwieriges Telefonat : Australischer Premier: Trump hat nicht aufgelegt

  • Aktualisiert am

Der australische Premierminister Malcolm Turnbull Bild: EPA

Hat Donald Trump den australischen Premierminister am Telefon brüskiert, wie die „Washington Post“ schreibt? Malcolm Turnbull weist den Bericht – teilweise – zurück.

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          Der australische Premierminister Malcolm Turnbull hat den Bericht der „Washington Post“ über ein rüdes Telefonat mit Präsident Donald Trump teilweise zurückgewiesen. In einem Interview mit dem australischen Radiosender „3AW“ sagte Turnbull: „Ich kann bestätigen, dass der Bericht, dass der Präsident aufgelegt hat, nicht zutrifft.“ Vielmehr sei der Umgang miteinander höflich gewesen.

          Die Zeitung hatte unter Verweis auf Quellen in der amerikanischen Regierung berichtet, das Telefonat zwischen Turnball und Trump hätte eine Stunde dauern sollen, doch Trump habe es nach 25 Minuten verärgert und unvermittelt beendet.

          Im Mittelpunkt des Gesprächs stand demnach eine Vereinbarung mit Trumps Amtsvorgänger Barack Obama, die besagt, dass die Vereinigten Staaten Australien 1250 Flüchtlinge abnähmen, die Australien in Aufnahmezentren im kleinen pazifischen Inselstaat Nauru und auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus untergebracht hat. Unter ihnen sind auch Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern, für die Trump jüngst einen Einreisestopp verhängt hat. Trump soll die Vereinbarung in dem Gespräch als „worst deal ever“ (schlimmste Vereinbarung aller Zeiten) bezeichnet haben.

          Amerika und Australien : Trump: Der schlimmste Anruf von allen

          Dazu sagte Turnbull in dem Radiointerview nun, die getroffene Vereinbarung sehe nicht vor, dass die Vereinigten Staaten all diese Flüchtlinge aufnähmen, sondern dass das amerikanische Heimatschutzministerium jeden einzelnen einer strengen Sicherheitsüberprüfung unterziehe. Deshalb sei eine kleinere oder größere Zahl möglich. Nach den Worten von Turnbull haben Trump, dessen Sprecher Sean Spicer und zuletzt auch die amerikanische Botschaft in Australien bestätigt, diese Vereinbarung einhalten zu wollen.

          Auf die Frage, ob der Umgang mit Trump schwierig sei, antwortete Turnbull nicht. Er habe eine sehr freimütige Diskussion mit Trump gehabt, sagte Turnbull – diese Formulierung deutet allerdings darauf hin, dass das Gespräch durchaus nicht einfach war.

          Die Beziehung zwischen beiden Ländern bezeichnete Turnbull als grundsolide. Die Vereinigten Staaten und Australien sind seit dem Zweiten Weltkrieg enge und vertrauensvolle Verbündete. Sie haben unter anderem im Irak und in Afghanistan Seite an Seite gekämpft, und sie unterhalten eine sehr enge Geheimdienstkooperation.

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