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Pyromane im Weißen Haus : Wo Trump ehrlich ist

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Die Wahrheit, die er meint: Im Nationalarchiv hielt Trump eine „Konferenz zur amerikanischen Geschichte“ ab. Bild: AP

Präsident aller Amerikaner? Donald Trump tut noch nicht einmal so, als scherte ihn das Schicksal von Demokraten-Wählern. Selbst wenn sie an Covid-19 sterben.

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          Donald Trump ist nicht der erste Präsident, der am Ende seiner ersten Amtszeit das Land durch die Brille des Wahlkämpfers betrachtet und eine Politik betreibt, die die eigene Anhängerschaft elektrisiert. Doch niemand vor ihm hat so schamlos offengelegt, dass er sich ausschließlich denjenigen Amerikanern verpflichtet sieht, die ihn unterstützen. Trump sieht sich nicht als Präsident der Vereinigten Staaten, sondern als Einpeitscher der Roten (republikanisch dominierten) Staaten von Amerika.

          Selbst für seine Verhältnisse ging Trump weit, als er diese Woche in einer Fernsehdebatte auf eine kritische Frage zu Amerikas verheerender Corona-Bilanz behauptete, das Land stehe ganz hervorragend da – wenn man nur die „blauen“, also die politisch von den Demokraten dominierten, Staaten nicht mitzähle. Zynischer geht es nicht, ganz unabhängig davon, dass die Statistik eine andere Sprache spricht. Zwar sind der Pandemie gerade zu Beginn überproportional viele Afroamerikaner und Latinos in Großstädten zum Opfer gefallen, also Bürger aus der klassischen Demokraten-Klientel. Doch unter dem Strich ist Zahl der Toten in Staaten, in denen 2016 Trump gesiegt hat, nicht viel kleiner als die im „blauen“ Rest des Landes.

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