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Donald Trump : Der im Trüben fischt

Steht: Die Emanzipations-Statue im Lincoln Park in Washington Bild: EPA

Donald Trump romantisiert eine Ordnung, die auf Gewalt ruhte und wahrlich Terror praktizierte. Er banalisiert Rassismus und fischt in ganz trüben Wählergewässern.

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          Leute, die Statuen historischer Figuren versuchten niederzureißen, seien „in gewisser Weise Terroristen“. Sagt Donald Trump, der Denkmalstürmern zuvor schon vorgeworfen hatte, „sie hassen unsere Geschichte, sie hassen unsere Werte und alles, was wir als Amerikaner hochschätzen“. Terroristen, Amerika-Hasser! Für welche Werte und für welches Amerika steht wohl ein Jefferson Davis, dem in den Südstaaten zahlreiche Denkmäler gewidmet sind und dem, neben anderen Politikern und Militärs, der Zorn vieler Demonstranten gegen Rassismus gilt?

          Davis war der Anführer der konföderierten Staaten im Bürgerkrieg. Nach der Niederlage des Südens wurde er wegen Hochverrat angeklagt, ihm wurde die amerikanische Staatsbürgerschaft entzogen. Die Sezession suchte er mit ultraföderalistischen Argumenten zu rechtfertigen. Aber das war nur Tarnung.

          In Wahrheit ging es darum, eine Sozial- und Wirtschaftsordnung zu bewahren, für die Sklaverei und Unterjochung der Schwarzen konstitutiv waren. Die hielt er für eine minderwertige Rasse, die zufrieden damit sei, in Knechtschaft zu leben. Steht so ein Mann für Amerika, das Land der Freiheitsverheißung, und für dessen Werte, die in den Gründungsdokumenten so eindrucksvoll kanonisiert worden sind? Wer so etwas behauptet, der versündigt sich gegen ebendiese Werte. Der romantisiert eine Ordnung, die auf Gewalt ruhte und wahrlich Terror praktizierte. Der banalisiert Rassismus, fischt in ganz trüben Wählergewässern.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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