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Amerikas Opioid-Krise : Die Epidemie in der Pandemie

  • -Aktualisiert am

Sanitäter kümmern sich im August 2017 in der Nähe von Boston um einen Drogensüchtigen. Bild: Reuters

Ohio wurde in den vergangenen Jahren von einer Opiumkrise heimgesucht. Zehntausende sind abhängig. Wie viel schwieriger ist es, den Betroffenen in der Corona-Pandemie zu helfen? Ein Ortsbesuch.

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          Die Abwärtsspirale dreht sich rasend schnell. Es gab Jahre, sagt LeeAnn Brooks, in denen es ihr gut ging, in denen sie trocken war. In der High School hat sie Alkohol probiert, mal Gras geraucht. Damals sei das gar nicht ihr Ding gewesen. Später schon. Sie kommt auf den Geschmack, trinkt zu oft und zu viel. Dann kommt Kokain dazu. Es ist eine einfache Logik: „Kokain hat mir geholfen, länger aufzubleiben, um mehr trinken zu können.“

          Als ihre geliebte Großmutter 2006 stirbt, trinkt sie den Schmerz weg. In den Abendstunden jenes traurigen Tages trifft sie einen alten Freund. Der gibt ihr eine Pille – ein Schmerzmittel auf Opiumbasis. Sieben Jahre lang kommt sie nicht davon los, schluckt die Tabletten wie Smarties. Vor ein paar Jahren setzt sie sich die erste Spritze in den Arm. Heroin ist potenter und billiger als die Pillen. „Für ein paar Jahre“, sagt LeeAnn Brooks, „wollte ich nichts anderes als zuhause bleiben und high sein.“

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