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Vereinigte Staaten : So sehr spalten Trumps Mauerpläne die Amerikaner

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Zwei Polizei Offiziere stehen im März 2018 bei einem Besuch von Trump vor einem Prototypen der geplanten Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko Bild: dpa

Ein tiefer Riss und eine wachsende Polarisierung zeigen sich in den Vereinigten Staaten zwischen den Anhängern der großen Parteien. Doch auch junge und alte Amerikaner sind sich in der Frage, wie sie zur Mauer an Mexikos Grenze stehen, uneins.

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          Das Beharren von Präsident Donald Trump auf eine Mauer an der Grenze zu Mexiko spaltet die amerikanischen Bürger nach Partei, Religion und ethnischer Herkunft. 58 Prozent lehnen eine Mauer ab, 41 Prozent sind dafür, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Public Religion Research Institute (PRRI) auf Basis der amerikanischen Wertestudie von 2018 ergab.

          Gerade zwischen den verschiedenen Parteianhängern zeigen sich demnach ein tiefer Riss und eine wachsende Polarisierung. 80 Prozent der Republikaner befürworten den Bau einer Grenzmauer; ebenso viele Demokraten sind dagegen. 62 Prozent der Bürger, die sich zu keinem Parteilager zählen, sprechen sich gegen Trumps Grenzpolitik aus. 2016 favorisierten noch rund zwei Drittel (66 Prozent) der Republikaner den Mauerbau – gegenüber 75 Prozent Ablehnung der Demokraten.

          Unter den Religionen zeichnen sich weiße Christen als stärkste Befürworter der Mauer ab. Zwei Drittel (67 Prozent) der weißen Evangelikalen, denen auch Trump angehört, befürworten die Maßnahme (2016: 58 Prozent). 52 Prozent der weißen Protestanten sind für die Mauer. Die Katholiken unterscheiden sich stark nach ethnischer Zugehörigkeit. Während sich 56 Prozent der weißen Katholiken für den Bau der Mauer aussprechen, lehnen ihn fast drei Viertel (73 Prozent) der hispanischen Katholiken ab.

          85 Prozent der Trump-Unterstützer, die wöchentliche Kirchgänger sind, unterstützen die Mauer, verglichen mit 78 Prozent der Trump-Anhänger, die weniger häufig in die Kirche gehen. Während sich je 72 Prozent der hispanischen und schwarzen Amerikaner gegen die Mauer stellen, tun dies nur die Hälfte (50 Prozent) der Weißen. Weiße mit College-Abschluss sprechen sich zu 35 Prozent für Trumps Grenzpolitik aus gegenüber 55 Prozent derer ohne College-Abschluss. Mehr als jeder zweite weiße Mann (55 Prozent) favorisiert Trumps Mauer, verglichen mit 42 Prozent der weißen Amerikanerinnen.

          Zwischen den Generationen lautet der Trend: je jünger, desto höher die Ablehnung einer Grenzmauer zu Mexiko. So lehnen 69 Prozent der 18 bis 29 Jahre alten Befragten und 62 Prozent der 30 bis 49 Jahre alten Befragten sie ab. Die Gruppe der 50 bis 64 Jahre Alten teilt sich genau auf; 52 Prozent der Bürger über 65 sind für eine Abschottung nach Süden.

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