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Wahl in Amerika : „Werde das Ergebnis akzeptieren – wenn ich gewinne“

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Donald Trump am Donnerstag bei einer Wahlkampfkundgebung in Delaware (Ohio) Bild: AP

Donald Trump legt nach: Auch einen Tag nach dem letzten TV-Duell lässt der republikanische Präsidentschaftskandidat offen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird. Führende Vertreter seiner eigenen Partei reagieren entsetzt.

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          Nach seiner Weigerung während des TV-Duells in Las Vegas hat Donald Trump auch am Donnerstag eine Anerkennung des Abstimmungsergebnisses bei der Präsidentschaftswahl am 8. November offen gelassen. „Ich werde das Ergebnis dieser großen und historischen Wahl vollkommen anerkennen – wenn ich gewinne“, sagte er bei einer Kundgebung in Delaware (Ohio).

          „Ich werde ein deutliches Wahlergebnis akzeptieren“, fuhr er fort. „Ich würde mir aber das Recht vorbehalten, im Falle eines fragwürdigen Resultats dieses anzufechten oder juristisch dagegen vorzugehen.“

          Am Vortag hatte sich der Republikaner in der dritten und letzten TV-Debatte mit Hillary Clinton geweigert zu sagen, dass er das Wahlergebnis am 8. November anerkennen werde. Das hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am Donnerstag wiederholte Trump seine Theorie massiven Wählerbetrugs, mit dem er von seinem Sieg abgehalten werde.

          Obama: „Das ist gefährlich“

          Führende Mitglieder seiner eigenen Partei bezeichneten die Haltung Trumps als falsch. „Ich mochte das Ergebnis von 2008 nicht. Aber ich hatte die Pflicht, es anzuerkennen, und ich habe es ohne Zögern getan“, sagte Senator John McCain, der 2008 als Kandidat der Republikaner gegen Barack Obama verloren hatte. „Eine solche Anerkennung ist nicht so etwas wie ein Gnadenakt.“ Zuvor hatten bereits weitere Republikaner zum Teil entsetzt auf Trumps Haltung reagiert.

          Präsident Barack Obama bezeichnete die Haltung Trumps als gefährlich. "Das ist nicht lustig. Das ist gefährlich", sagte Obama am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Miami (Florida). "Es untergräbt unsere Demokratie."
          Er rief die Zuhörer auf zur Wahl zu gehen und sich nicht von Trumps Aussagen entmutigen zu lassen. "Eure Stimme ist wichtig, Eure Stimme zählt", sagte Obama. Vorwürfe des Wahlbetrugs seien haltlos. Wahlbetrug in den Vereinigten Staaten sei unwahrscheinlicher, als vom Blitz getroffen zu werden.

          Weiterer Vorwurf der sexuellen Belästigung

          Unterdessen hat eine weitere Frau dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen. Trump habe sie 1998 beim Tennisturnier US Open in New York ohne ihr Einverständnis an der Brust berührt, sagte die Yoga-Lehrerin Karena Virginia am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in einem New Yorker Hotel.

          Das Erlebnis habe sie schockiert und bis heute nicht losgelassen. Zuvor hatten bereits zahlreiche andere Frauen Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen. Der Präsidentschaftskandidat hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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