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Kehrtwende im Corona-Kampf : Trump fordert Amerikas Bürger zum Tragen von Masken auf

  • Aktualisiert am

Donald Trump im Juli in Bethesda Bild: dpa

Jetzt also doch: In seinem Presse-Briefing zum Coronavirus fordert Trump die Amerikaner auf, überall dort eine Maske zu tragen, wo Abstandsregel nicht eingehalten werden können – und vollzieht damit eine Kehrtwende.

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          Präsident Donald Trump hat die Menschen in den Vereinigten Staaten wegen der Corona-Krise zum Tragen von Masken aufgefordert. Die Amerikaner sollten auf einen Mund- und Nasenschutz zurückgreifen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, sagte Trump am Dienstag bei seiner ersten Corona-Pressekonferenz nach mehr als zwei Monaten. „Ob Sie die Maske mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung“, betonte der Präsident. „Die Masken werden einen Einfluss haben“, sagte Trump, der in früheren Aussagen unter anderem Masken als Symbole der Schwäche abgetan hatte.

          Diese Kehrtwende hatte sich bereits am Montag angedeutet, als Trump das Tragen von Masken als „patriotisch“ bezeichnete. Das stellte eine überraschende Kehrtwende dar: Zuvor distanzierte Trump sich monatelang vom Mund- und Nasenschutz als Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Damals verunglimpfte er sie als unhygienisch und als Zeichen der Schwäche. Am Montag hieß es plötzlich auf Twitter: „Wir sind vereint in unserem Bemühen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen, und viele Menschen sagen, es sei patriotisch, eine Maske zu tragen, wenn man sich sozial nicht distanzieren kann.“ Und weiter: „Es gibt niemanden, der patriotischer ist als ich, Ihr Lieblingspräsident!“ Dazu teilte er ein Schwarz-Weiß-Foto von sich mit einer Maske.

          Trump trat am Dienstag erstmals zur Corona-Pressekonferenz ohne Vizepräsident Mike Pence und die beiden Infektionsärzte Deborah Birx und Anthony Fauci vor die Presse. In einem Interview kurz vor Trumps Pressekonferenz sagte Fauci, der führende Facharzt für Infektionskrankheiten der Nation, dass er nicht eingeladen worden sei.

          Trump unter Druck

          Auf dem Presse-Briefing warnte Trump auch vor einer Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten. „Es wird wahrscheinlich schlimmer werden, bevor es besser wird“, sagte er am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. Gegenwärtig sei die Lage vor allem im Süden und Westen des Landes problematisch, aber „es könnte sich weiter ausbreiten.“

          Die Äußerung des Präsidenten markierte für Trump einen neuen Tonfall: Zuletzt hatte er die Zuspitzung der Lage in Teilen des Landes eher als örtlich begrenztes Problem heruntergespielt und auf eine rasche Wiederöffnung von Wirtschaft und Schulen gedrängt. Die Regierung helfe den betroffenen Bundesstaaten, sagte er. Das Ziel sei es, die Pandemie nicht nur einzudämmen, „sondern sie loszuwerden“, sagte er.

          In den Vereinigten Staaten haben die Behörden in den vergangenen zwei Wochen zwischen 60.000 und 77.000 Neuinfektionen sowie Hunderte Todesfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Trump bezeichnete den jüngsten Anstieg als „besorgniserregend“. Fachleuten zufolge ist die Pandemie in den betroffenen Gebieten inzwischen völlig außer Kontrolle. Auch andere Bundesstaaten melden seit Tagen eine Zunahme an Neuinfektionen.

          Inmitten eines dramatischen Anstiegs von Corona-Infektionszahlen in vielen Staaten im Süden und Westen der Vereinigten Staaten ist Trump stark unter Druck geraten. Der amerikanische Präsident kämpft um seine Wiederwahl am 3. November. Am 11. Juli zeigte er sich erstmals öffentlich mit einer Maske. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden hingegen trägt seit Monaten in der Öffentlichkeit einen Mund- und Nasenschutz.

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