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Donald Trump in Tulsa : Massenauftritte sind Trumps Elixier

Liefert, was seine Anhänger hören wollen: Donald Trump bei seinem Auftritt in Tulsa Bild: dpa

Donald Trump ignorierte die Warnungen seiner Gesundheitsberater. Unbedingt wollte er wieder vor seinen Fans auftreten. Aber die Massen strömten nicht so wie gedacht.

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          Jetzt hat also Donald Trump wieder seinen Massenauftritt nach monatelanger Abstinenz gehabt, selbst wenn die Massen nicht so strömten, wie es die Wahlkampfleute des Präsidenten erhofft hatten. Die Warnung der Gesundheitsberater wegen drohender Ansteckungsgefahr hatte er schon vorher in den Wind geschlagen. Trump braucht die Nähe zu seinen glühendsten Anhängern, die schlimmste Tiraden bejubeln und noch den größten Unsinn als Weisheit vom Berge aufsaugen.

          Massenauftritte sind Trumps Elixier und sein stärkstes Mittel bis zum Wahltermin. Hier kann er testen, welches Feindbild besonders ankommt. Warum er in Oklahoma ausgerechnet auf Deutschland einprügelte (oder meinte er Merkel?), bleibt allerdings rätselhaft. So richtig eignet sich dieser Partner zum Dämonisieren, gemessen an der Sicht der Leute, eigentlich nicht.

          Doch je mehr die Aussichten sich eintrüben, desto heftiger werden die Reaktionen werden. Zuletzt hatte Trump alles andere als einen Lauf: wenig Schmeichelhaftes im Buch seines früheren Sicherheitsberaters; Entscheidungen des Obersten Gerichts, die Trump als Niederlagen werten musste; Umfragedellen.

          Die Corona-Pandemie wütet weiter, die Wirtschaft liegt noch am Boden. Und sollte Trump auf einen mächtigen weißen „Backlash“ gegen die Antirassismus-Proteste hoffen, so ist davon bislang nicht viel zu sehen. Also wird er gegen die „Feinde“ des amerikanischen Volkes, auch gegen die eingebildeten, wettern, hetzen, krakeelen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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