https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika-bush-und-kerry-streiten-ueber-bin-ladin-1193518.html

Wahl in Amerika : Bush und Kerry streiten über Bin Ladin

  • Aktualisiert am
Halloween machte auch vor dem Wahlkampf nicht halt, Bush mit einem verkleideten Baby
          4 Min.

          Die Videobotschaft Usama Bin Ladins und die darin enthaltene indirekte Drohung mit neuen Terrorangriffen hat in den Vereinigten Staaten das letzte Wochenende des Wahlkampfes vor den Präsidenten- und Kongreßwahlen von diesem Dienstag geprägt. Sowohl Präsident Bush wie auch Herausforderer Kerry gelobten in mehreren öffentlichen Stellungnahmen, sie wollten den mutmaßlichen Kopf des Terrornetzes Al Qaida so lange verfolgen, bis er vor Gericht gestellt oder getötet worden sei, sollte er sich seiner Festnahme zu entziehen suchen.

          Die Vereinigten Staaten ließen sich „nicht einschüchtern und beeinflussen“, sagte Bush auf einer Wahlkampfveranstaltung in Toledo (Ohio): „Wir befinden uns im Krieg mit dem Terrorismus, und wir werden erfolgreich sein.“ Kerry sagte, das amerikanische Volk sei sich vollkommen einig in der Überzeugung, daß Bin Ladin „verfolgt und zerstört“ werden müsse. Kerry bekräftigte den Vorwurf, die Regierung trage die politische Verantwortung dafür, daß Bin Ladin unmittelbar nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan aus dem Land hatte fliehen können - vermutlich nach Pakistan. Zudem habe der Präsident mit dem Einmarsch in den Irak sein Hauptaugenmerk vom Krieg gegen den Terrorismus abgelenkt.

          Bin Ladin-Video Pluspunkt für Bush?

          Bush wies den von Kerry in jüngster Zeit immer wieder erhobenen Vorwurf als Beleidigung der amerikanischen Truppen in Afghanistan und Irak zurück und bezichtigte Kerry, eine „Position der Schwäche und Untätigkeit“ zu vertreten. Bei einem weiteren Wahlkampfauftritt in Wisconsin bat Bush mit dem Argument um die Stimmen der Wähler, er habe „in Zeiten der Gefahr und der Herausforderungen Führungsstärke und Ergebnisse anzubieten“, während sein Gegner wegen seiner stets wechselnden Positionen zum Krieg gegen den Terrorismus gefährliche Signale aussende.

          Hysterische Wahlkampf-Endphase: Bush in Orlando
          Hysterische Wahlkampf-Endphase: Bush in Orlando : Bild: REUTERS

          Die amerikanischen Behörden gehen von der Echtheit des Videos aus, das erst kürzlich aufgezeichnet worden sein soll. Bush konferierte nach Bekanntwerden des Bandes per Videoschaltung mit Heimatschutzminister Ridge und Sicherheitsberaterin Rice. Ridge sagte, man werde die Terrorwarnstufe nicht von Gelb auf Orange erhöhen, da „keine speziellen nachrichtendienstlichen Erkenntnisse“ über einen Anschlag kurz vor dem oder am Wahltag vorlägen. Die Mehrzahl der Kommentatoren vermutete, daß das Videoband Bin Ladins eher Bush nützen dürfte, weil dem Präsidenten bei Umfragen eine höhere Kompetenz im Krieg gegen den Terror zugeschrieben wird als Senator Kerry.

          Bin Ladin angeblich in Pakistan gesichtet

          In dem 18 Minuten langen Video, von dem der arabische Nachrichtensender Al Dschazira fünf Minuten ausgestrahlt hat, sagte Bin Ladin, zu Beginn des vierten Jahres nach den Anschlägen von New York und Washington täusche der amerikanische Präsident Bush sein Volk weiter und enthalte ihm die Wahrheit vor. Die Gründe, daß sich das wiederhole, was geschehen sei, bestünden daher weiter. Da sich Bin Ladin an das amerikanische Volk wandte, verzichtete er - zumindest in der ausgestrahlten Sequenz - auf die überladene islamische Rhetorik, die seine früheren Wortmeldungen gekennzeichnet hatten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ausnahmsweise ohne Buch in der Hand: Buschmann im Sommer bei der Kabinettsklausur in Meseberg

          Die zwei Justizminister : Wer ist Marco Buschmann?

          Fußnoten-Liebhaber und Musikproduzent: Justizminister Buschmann pflegt eine widersprüchliche Selbstinszenierung. Wenn es um seine Überzeugungen geht, ist vom braven Aktenmenschen aber nicht mehr viel übrig. Dann kämpft er hart.
          Geht’s voran?

          Hohe Hauspreise : Wohnen müsste nicht so teuer sein

          Die Zinsen steigen, doch die Immobilienpreise bleiben hoch. Dieses Jahr zeigt: Nicht die Spekulation ist schuld, sondern übertriebene Regeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.