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Zahlen und Daten : Wie die CDU im Endspurt noch gewinnen konnte

Beliebtes Motiv: Ein Bild mit der Siegerin Annegret Kramp-Karrenbauer Bild: Maximilian von Lachner

Wieso das Ergebnis für die SPD keine Klatsche war, wie sehr AfD-Anhänger mit der eigenen Partei hadern – und wie die CDU von der Angst vor Rot-Rot bei älteren Wählern profitieren konnte. Die Wahlanalyse.

          Der Sieg von Annegret Kramp-Karrenbauer kam auf den letzten Metern. Nachdem die SPD vor ein paar Monaten im Saarland noch deutlich abgeschlagen schien, lag sie in einer Umfrage von Infratest vom 15. März nahezu gleichauf mit der CDU. Knapp zwei Wochen vor der Wahl trennte beide Parteien nur ein Prozentpunkt. Bei den Sozialdemokraten beflügelte das Träume, bei der CDU wuchs die Panik.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          In den Tagen darauf gewann die CDU mit Spitzenkandidatin Kramp-Karrenbauer in den Umfragen von Forschungsgruppe Wahlen und Insa leicht hinzu. Drei Tage vor der Wahl trennten SPD und CDU immerhin fünf Prozentpunkte. Laut vorläufigem Endergebnis landet die CDU nun bei 40,7 Prozent der Wählerstimmen, die SPD bei 29,6. Elf Prozentpunkte liegen zwischen den Parteien.



          In den zwei Wochen vor der Wahl ist viel passiert. Das zeigte sich auch darin, dass die Demoskopen wenige Tage vor der Wahl eine Zunahme der unentschlossenen Wähler feststellten. Manche, die sich vorher fest auf eine Partei festgelegt hatten, wollten also vielleicht doch anders stimmen.

          Die Diskussionen über ein rot-rotes Bündnis nahmen in dieser Zeit Fahrt auf, es schien neben der großen Koalition eine realistische Option für die SPD zu sein. Die Christlichen Demokraten nutzten das für sich: Nur wer für sie stimme, könne Rot-Rot verhindern – und erreichen, dass Kramp-Karrenbauer Ministerpräsidentin bleibt. Der CDU-Wahlkampf war von Anfang an komplett auf sie ausgerichtet.



          Und Kramp-Karrenbauer ist beliebt. Das zeigen verschiedene Zahlen. 98 Prozent der CDU-Wähler finden, dass sie gute Arbeit geleistet hat, 75 Prozent der SPD-Wähler und immerhin noch 65 Prozent der AfD-Anhänger. Für knapp die Hälfte der Menschen, die für die CDU gestimmt haben, war die Ministerpräsidentin ein wichtiger Grund. Drei Viertel der Saarländer sind laut Infratest mit ihrer Arbeit zufrieden, 52 Prozent hätten sie direkt gewählt.



          Gleichzeitig verzeichnet die Koalition aus CDU und SPD eine hohe Zustimmung, 58 Prozent wünschen sich eine Fortsetzung. Ein Bündnis aus SPD und Linkspartei befürworten dagegen nur 33 Prozent (Infratest), 55 Prozent lehnten das Bündnis ab (Forschungsgruppe) und ähnlich viele sprachen sich grundsätzlich gegen eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei aus. Auch wenn Kramp-Karrenbauer also keine ernsthafte Machtoption abseits der eher zweckmäßigen großen Koalition hatte, konnte sie das „Weiter so“ doch für sich nutzen. Ein entscheidender Wert dürfte sein, dass die CDU stärker als alle anderen Parteien unter den Kurzentschlossenen punkten konnte (35 Prozent/Infratest).



          Am Sonntagabend wollten Politiker verschiedener Parteien im Wahlergebnis kein Signal für Berlin erkennen. Das Saarland habe nur über das Saarland abgestimmt. In den Werten der CDU spiegelt sich das zum Teil wider: Der Erfolg der Partei hat vor allem mit der Ministerpräsidentin zu tun. 26 Prozent der Wähler glauben, dass Angela Merkel der CDU eher schadet, 63 Prozent denken, Angela Merkel hätte ihre besten Zeiten hinter sich. 84 Prozent der CDU-Wähler wünschen sich ein schärferes Auftreten Merkels gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan. Genau an diesem Punkt hat sich Kramp-Karrenbauer emanzipiert: Ein paar Tage vor der Wahl sprach sie ohne einen konkreten Anlass ein Auftrittsverbot für türkische Politiker im Saarland aus. Möglicherweise hat ihr die symbolische Geste genutzt.

          Keine Klatsche für die SPD

          Ob es für die SPD nun Sieg oder Niederlage war, ist eine Frage der Perspektive. Die Partei hat im Vergleich zur Wahl 2012 einen Prozentpunkt verloren, verglichen mit den Umfragen vor zweieinhalb Monaten verzeichnet sie aber ein deutliches Plus von fast sechs Prozentpunkten. Auch die Zustimmungswerte der SPD sind solide. Die außerhalb des Saarlands wenig bekannte Spitzenkandidatin Anke Rehlinger kommt bei der Frage nach der Direktwahl auf immerhin 38 Prozent im Vergleich zur Amtsinhaberin Kramp-Karrenbauer (52 Prozent/Forschungsgruppe). Rehlingers Wert ist in den zurückliegenden zwei Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich fast verdreifacht.

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