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Amerika-Kommentar : Ein Schandfleck

Sogenannte „bump stock“- Aufsätze können aus halbautomatischen Gewehren wie auf dem Bild Vollautomatische machen. Diese stehen vor allem in Amerika in der Kritik. Bild: AP

Das Massaker an der Schule in Parkland ist ein Armutszeugnis für die Politik in Amerika. Der Vorschlag von Donald Trump, Lehrer zu Ersatzpolizisten zu machen, zeigt die ganze Hilflosigkeit.

          Nach dem Massaker an einer Schule in Florida ergeht wieder der Ruf nach einer Verschärfung der Waffengesetze in den Vereinigten Staaten; so wie nach jedem vergleichbaren mörderischen Ereignis in den vergangenen Jahren. Und eigentlich brauchte man nicht lange darüber zu debattieren: Wie notwendig ist das! Im „Land der Freien“ sind viel zu viele Schusswaffen im Umlauf, viel zu leicht erhältlich und viel zu oft in den Händen kranker Menschen.

          Für Nichtamerikaner ist es ein kulturelles Rätsel, warum, zum Beispiel, das Mindestalter zum Erwerb einer halbautomatischen Waffe unter dem zum Kauf von Alkohol liegt. Aber trotz öffentlicher Erschütterung über erschossene Schüler, Studenten und Lehrer, Konzert- und Barbesucher ist bislang nichts oder nicht viel geschehen. Beim Thema Zugang zu und Besitz von Schusswaffen sind starke politische Kräfte am Werk, die sich jeder Verschärfung entgegenstellen; meistens mit Erfolg.

          Man muss kein Zyniker sein, wenn man auch jetzt, da Überlebende des Schulmassakers von Parkland öffentlich ihren Zorn bis zum Weißen Haus herausschreien, die Aussichten für strengere Waffengesetze skeptisch beurteilt. Das hängt auch an dem verfassungspolitischen Grundkonsens, dass Waffenbesitz ein von der Verfassung garantiertes Recht sei.

          Lehrer als Ersatzpolizisten? – Ein Ausdruck von Hilflosigkeit

          Immerhin machen das jüngste Geschehen und die anhebende Protestwelle auch auf den Präsidenten Trump Eindruck, auf den also, der sich bislang seiner großen Nähe zur Waffenlobby NRA rühmte. Sein Vorschlag, künftig Lehrer mit Waffen auszurüsten, damit sie einen Angreifer abwehren könnten, zeigt die ganze Hilflosigkeit.

          Lehrer als Ersatzpolizisten? Nach dieser Logik liegt es nahe, dass jeder Bürger Waffen mit sich tragen soll; man kann ja nie wissen. Auf der anderen Seite ist jeder (kleine) Schritt zu begrüßen, der hilft, Leben zu retten. In jedem Fall ist die drastische Einschränkung des Zugangs zu Schusswaffen – zu Schusswaffen aller Art – unumgänglich.

          Bis dahin werden noch viele Kerzen angezündet werden im Gedenken an neue Opfer von Massakern wie dem in Parkland. Das Leid, das über Familien und Gemeinden gebracht wird, ja, über das ganze Land, ist ein Schandfleck – auch auf dem Gewissen vieler Politiker.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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