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Vorwahlen der Republikaner : Im tiefen Süden nichts zu holen

  • -Aktualisiert am

Mitt Romney schafft es weiterhin nicht, sich mit einer Basis seiner Republikanischen Partei zu versöhnen, die teil rechtspopulistisch und teils evangelikal ist. Der Vorwahlkampf ist noch lange nicht entschieden.

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          Die Parteibasis schließt den Favoriten der Parteiführung einfach nicht in die Arme. Man fragt sich, wieso der führende Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur Mitt Romney eigentlich glauben konnte, er werde ausgerechnet im „tiefen Süden“, dort, wo das Profil der Republikanischen Partei besonders konservativ ist, gut abschneiden. Da langt schon sein früherer Tätigkeitsnachweis, Gouverneur des Neuengland-Staates Massachusetts, aus, um die Wähler dazu zu bringen, ihre Stimme seinen Widersachern zu geben.

          In Mississippi und Alabama entschieden sich rund zwei Drittel der Wähler in der republikanischen Vorwahl gegen Romney, weniger als ein Drittel stimmte für ihn. Romney schafft es also weiterhin nicht, sich mit einer Basis zu versöhnen, die teil rechtspopulistisch, teils evangelikal ist und politisch-kulturell in einer anderen Welt als der Multimillionär lebt.

          Vorwahlen der Republikaner : Santorum gewinnt in Mississippi und Alabama

          Dass im Süden der neue Star der religiösen Rechten, der frühere Senator Santorum, gut abschneiden würde, das war zu erwarten. Der sitzt Romney im Nacken und nährt schon deshalb die Zweifel an der Attraktivität des Favoriten. Der Vorwahlkampf ist nicht entschieden, und so wie es jetzt aussieht, wird er auch in ein paar Monaten noch nicht entschieden sein. Das allein schon nutzt dem Präsidenten Obama: Er kann mitansehen, wie sich die Republikaner einen Vernichtungskrieg liefern, und sich dann den vornehmen, der als ermatteter Sieger übrig bleibt.

          Allerdings kann Romney trotz des eher bescheidenen Abschneidens im Süden und der neuerlichen Wahlkampfverlängerung für seinen innerparteilichen Hauptkonkurrenten Santorum einer Sache gewiss sein: Die Parteibasis – vor allem der rechtskonservative Flügel – mag an ihm keinen Gefallen finden und sich nicht elektrisieren lassen; aber wenn es Romney in den Hauptkampf schafft, wird sie ihn wählen. Das liegt an der klinische Züge annehmenden Ablehnung Obamas, an dem Hass, den viele Republikaner dem Demokraten entgegenbringen.

          Diese Wutwähler sind das „Herz“ der Republikanischen Partei, jedenfalls in Amerikas Süden, und die gehen zur Wahl. Das ist die Basis, aber sie genügt nicht, um zu gewinnen. Dazu bedarf es jenseits günstiger Umstände eines Kandidaten, der wählbar ist auch für die Mitte.

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