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Vorwahl der Republikaner in Iowa : Romney gewinnt mit acht Stimmen Vorsprung

  • Aktualisiert am
Sieger in Iowa: Mitt Romney
          2 Min.

          Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, hat die ersten Vorwahlen der Republikaner im Bundesstaat Iowa hauchdünn gewonnen. Nach Parteiangaben vom frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) lag Romney mit 30.015 Stimmen vor dem christlich-konservativen früheren Senator Rick Santorum, der auf 30.007 Stimmen kam. Auf dem dritten Platz landete der texanische Abgeordnete Ron Paul.

          Der Kongressabgeordnete Ron Paul erhielt nach Angaben mehrerer Fernsehsender gut 21 Prozent der Stimmen. Damit bleibt die Suche nach einem Herausforderer von Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl im November völlig offen.

          Zeitweise lag Santorum lediglich fünf von rund 120.000 Stimmen vor Romney, berichtete der Fernsehsender CNN. Allerdings gilt der 64 Jahre alte Romney Umfragen zufolge landesweit als Favorit. Experten halten den langjährigen Manager einer Finanzfirma wegen seiner Wirtschaftskompetenz für den schwierigsten der möglichen Gegner Obamas. Die Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit dürften die wichtigsten Punkte im bevorstehenden Wahlkampf sein.

          Romney griff Obama in seiner Rede vor Unterstützern am Abend genau auf diesem Feld an: „Dies ist eine gescheiterte Präsidentschaft“, sagte er und ergänzte: „Die Lücke zwischen seinen Versprechen von vor vier Jahren und seiner Leistung ist größer als alles, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe.“

          Rick Perry will Kandidatur überdenken

          Den vierten Platz belegte der ehemalige Parlamentspräsident Newt Gingrich mit rund 13 Prozent. Der texanische Gouverneur Rick Perry erhielt gut 10 Prozent. Er kündigte an, seine Kampagne zumindest vorübergehend auszusetzen. „Ich habe entschieden, nach Texas zurückzukehren, um die Ergebnisse der heutigen Wahl einzuordnen und herauszufinden, ob es einen weiteren Weg für mich in diesem Rennen gibt“, sagte Perry am Abend vor Unterstützern.

          Die Kongressabgeordnete Michele Bachmann dagegen, die mit 5 Prozent abgeschlagen auf den sechsten Platz kam, schlug einen optimistischeren Ton an: „Es gibt viele weitere Kapitel, die auf unserem Pfad zur Nominierung geschrieben werden“, sagte sie.

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          Die parteiinterne Vorwahl in dem kleinen Agrarstaat im Mittleren Westen ist zwar der vielbeachtete Auftakt zum Wahljahr 2012 - aber sie hat für das tatsächliche Ergebnis des Rennens eher symbolische Bedeutung. Bereits in der kommenden Woche stehen die nächsten Vorwahlen im Bundesstaat New Hampshire an. Insgesamt gibt es weitere Wahlgänge in 49 Bundesstaaten. Endgültig entscheiden die Republikaner bei ihrem Parteitag Ende August, wer am 6. November gegen Obama antreten wird.

          Bereits vor der Abstimmung in Iowa hatten Umfragen gezeigt, dass keiner der Bewerber die Herzen der Republikanerbasis wirklich erwärmen kann. Romney gilt als wirtschaftsfreundlicher Politiker, wird von Gegnern aber auch als Wendehals charakterisiert. Paul gilt in landesweiten Umfragen dagegen als Außenseiter. Er will die Macht des Staates weitmöglichst beschneiden und tritt unter anderem für die Abschaffung der amerikanischen Notenbank ein. Santorum wiederum hat sich als äußerst konservativer Politiker profiliert: Er will etwa, dass Abtreibungen auch bei Vergewaltigungen und Inzest verboten werden.

          Die Vorwahlen zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten laufen traditionell nach besonderen Gesetzen ab: In Iowa kamen die Republikaner am Abend in mehr als 1700 Parteiversammlungen (Caucus) zusammen, um abzustimmen. Die Versammlungen wurden teilweise in Schulen und Kirchen abgehalten, aber auch in Gaststätten und Privathäusern.

          Obama: Haben viel getan

          Präsident Obama stimmte seine Anhänger in Iowa unterdessen mit kämpferischen Worten auf das Wahljahr ein. „Wir haben viel getan und wir haben noch viel mehr zu tun. Darum brauchen wir vier weitere Jahre“, sagte Obama am Dienstagabend in einer Videokonferenz, die bei den Caucuses der Demokraten in Iowa übertragen wurde. Da Obamas Kandidatur innerparteilich nicht umstritten ist, ist der demokratische Nominierungsprozess dieses Mal lediglich Formsache.

          Obama pries in seiner Ansprache den Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak und die Gesundheitsreform als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit. „Wir haben bereits einen Wandel gesehen. 2012 geht es darum, die Menschen in Amerika daran zu erinnern, welchen Weg wir schon zurückgelegt haben“, sagte er. Obama hatte vor vier Jahren die demokratischen Vorwahlen in Iowa für sich entschieden.

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