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Landtagswahlkampf Sachsen : Steve Bannon will AfD unterstützen

  • -Aktualisiert am

Steve Bannon, ehemaliger Berater des amerikanischen Präsidenten und Publizist, gestikuliert während eines Interviews im Berlin Hotel Adlon. Bild: dpa

Im Rahmen seiner Europatour macht Trumps ehemaliger Chefberater gerade Station in Deutschland. Er möchte die europäischen Rechtspopulisten einen – und sich dabei offenbar auch einen Überblick über die Lage in Ostdeutschland verschaffen.

          Der Publizist und frühere Chefberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, hat angekündigt, im Landtagswahlkampf die sächsische AfD zu besuchen. Sachsen werde besonders interessant, sagte er der „Neuen Zürcher Zeitung“ in Berlin. Nach einem Treffen mit dem sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla hätten beide Seiten verabredet, voraussichtlich im Juni gemeinsam im Freistaat unterwegs zu sein.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Chrupalla hatte bei der Bundestagswahl 2017 überraschend den Wahlkreis Görlitz gegen den damaligen Generalsekretär des CDU-Landesverbandes und heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewonnen, der den Wahlkreis zuvor vier Mal mit großem Abstand geholt hatte. Chrupalla, der einen Maler- und Lackierbetrieb führt, hatte neben der damaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry (Sächsische Schweiz) und dem Verkehrspolizisten Karsten Hilse (Bautzen) eines von bundesweit drei Direktmandaten für die AfD gewonnen.

          „Bannon ist auf mich zugekommen“, sagte Chrupalla gegenüber der F.A.Z. „Er wollte einen Überblick über die politische und wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland haben. Das hat ihn alles sehr interessiert.“ In dem fünf Stunden langen Gespräch sei es auch um Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, das Lohngefälle und die Abgabenlast insbesondere für Mittelständler gegangen. Ob und in welcher Form Bannon die AfD im Wahlkampf unterstützt, sei jedoch noch offen, sagte Chrupalla.

          Für die Landtagswahl im September hat sich die AfD in Sachsen hohe Ziele gesetzt, allerdings war sich die Parteispitze lange uneinig, wer die Partei im Wahlkampf anführen soll. Nachdem Chrupalla seine Ansprüche angemeldet hatte, gab es parteiintern einen monatelangen Machtkampf um die Spitzenkandidatur, den vorerst der Landesvorsitzende Jörg Urban für sich entschieden hat.

          Die Partei hat sich jedoch vorbehalten, kurz vor der Wahl den bei der Basis beliebten Chrupalla noch als Ministerpräsidentenkandidaten zu präsentieren. Steve Bannon ist derzeit in Europa unterwegs, um eine Allianz rechtspopulistischer und nationalistischer Kräfte nach der Europawahl zu schmieden.

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