https://www.faz.net/-gpf-6mvn7

Vor EU-Gipfel : Merkel: Griechenland braucht keine Hilfe

  • Aktualisiert am

Hält Griechenland derzeit nicht für hilfsbedürftig: Bundeskanzlerin Merkel Bild: APN

Beim EU-Gipfel Ende der Woche wird es nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel keine Entscheidung über EU-Hilfen für Griechenland geben. Sie sehe im Augenblick nicht, dass Griechenland Geld brauche, sagte Merkel im Deutschlandfunk.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer weiteren Diskussion über mögliche Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union für Griechenland gewarnt. Es drohe keine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands, sagte die Kanzlerin am Sonntag im Deutschlandfunk. „Und deshalb rate ich uns auch nicht, Unruhe auf den Märkten zu verursachen, indem wir falsche Erwartungen für den Rat am nächsten Donnerstag wecken“, betonte die Kanzlerin mit Blick auf den EU-Gipfel kommende Woche in Brüssel. Auf dem Gipfel seien Hilfen für Griechenland kein Thema, „denn Griechenland sagt selber, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht“. Das Land strebe „vielleicht eine bestimmte Klarheit“ über mögliche Hilfen an, sagte Merkel.

          Zur Zeit geht es nach Ansicht der Kanzlerin lediglich um „technische Fragen“ für den Fall einer Zahlungsunfähigkeit. Wie in solchen Fällen vorzugehen sei, „über diese Fragen müssen natürlich die Finanzminister einmal miteinander sprechen“, sagte Merkel. Abgewogen werden müsse, was Staaten bilateral tun könnten, oder ob die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch genommen werde.

          Besserer Schutz vor erpresserischen Spekulationen

          Die Kanzlerin forderte in dem Interview einen besseren Schutz von Staaten vor erpresserischen Spekulationen. Die Frage sei: „Wie können wir sicherstellen, dass Banken uns in Zukunft nicht mehr erpressen können?“ Kritik übte die Kanzlerin an Großbritannien: Es sei „besonders ärgerlich, dass wir in der Europäischen Union eine Diskussion mit Großbritannien haben über die stärkere Regulierung von Hedgefonds“. Sie hoffe, dass es gelingen werde, die britische Politik von der Notwendigkeit einer solchen Regulierung zu überzeugen, sagte Merkel.

          Mehrere EU-Staaten hatten den Verdacht geäußert, Spekulanten hätten auf eine Pleite Griechenlands gewettet, sie forderten daher ein Verbot solcher Spekulationen. Großbritannien wehrt sich in der EU aber gegen eine zu scharfe Regulierung.

          Weitere Themen

          Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU. Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU. Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.