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Zweites Trump-Impeachment : Wenn der Prozess am Tatort stattfindet

  • -Aktualisiert am

Mitch McConnell auf dem Weg in die Senatskammer am 26. Januar Bild: AFP

Erst zum vierten Mal übermittelt das Repräsentantenhaus eine Amtsanklage an den Senat. Dieses Mal ist es ganz besonders. Denn die Geschworenen sind auch Zeugen und Opfer.

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          Amtsenthebungsverfahren folgen einem strengen Ritual. Eingeübt ist dieses nicht, schließlich macht der Kongress erst zum vierten Mal einem Präsidenten den Prozess. Als die „House Impeachment Manager“ am Montagabend vom Repräsentantenhaus zum Senat hinüberliefen, um die Anklageschrift zu überbringen, hatte die Zeremonie eine besondere Symbolik. Die Abgeordneten, die in dem Prozess die Anklageseite vertreten werden, durchschritten die Statuenhalle und die Rotunde, jene Orte also, in denen der Aufruhr stattgefunden hatte, den Donald Trump laut dem Impeachment-Artikel angestiftet hat.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Am Dienstag wurden die Senatoren als Geschworene vereidigt. Das Besondere an diesem Vorgang: Sie sind zudem Zeugen und Opfer. Und die Senatskammer ist nicht nur Verhandlungssaal, sondern auch Tatort. Am 6. Januar hatten extremistische Trump-Anhänger das Kapitol gestürmt. Sie skandierten „Hang Mike Pence“ und waren in den Plenarsaal der zweiten Kammer eingedrungen. Der damalige Vizepräsident, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Senats den Wahlsieg Joe Bidens zu bestätigen hatte, war kurz zuvor vom Secret Service in Sicherheit gebracht worden. Auch die Senatoren waren über einen Tunnel in ein Nebengebäude geflohen.

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