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Zeitenwende im Weißen Haus : Trump wird an Amerika scheitern

  • -Aktualisiert am

Trump wird zu einer gruseligen historischen Figur werden

Donald Trump wird noch viel mehr Schaden anrichten, bevor er die Bühne wieder verlässt und zu einer gruseligen Figur in den Geschichtsbüchern unserer Enkel wird, über die sie sich wundern werden. Um den Schaden zu reparieren, den er verursacht haben wird, müssen die Amerikaner besonders darauf achten, was sie ihre Kinder lehren: nicht nur die Liebe zu unserem Land, sondern auch Gerechtigkeitssinn, nicht nur die demokratischen Prozesse, sondern vor allem die demokratischen Werte. In ihren eigenen Gemeinden können die Amerikaner eine gemeinsame Ebene mit jenen finden, die als politische Gegner zu begreifen ihnen eingetrichtert wurde. Sie können versuchen, die politische Kultur zu erneuern, die durch das verkommene System der Staatsbürgerkunde und den Zynismus ihrer Populärkultur Schaden genommen hat.   

Dekrete ersetzen Gesetze: Trump im Oval Office
Dekrete ersetzen Gesetze: Trump im Oval Office : Bild: dpa

Die Ereignisse dieser Woche waren lediglich ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Wir müssen abwarten, was geschieht, wenn Trump versuchen sollte, die Bundessteuerbehörde oder das FBI zur Ausschaltung seiner Gegner zu benutzen. Er glaubt, dass er mit dem Tyrannisieren von Unternehmen erfolgreich war und hat deshalb auch keine Skrupel, es bei Menschen zu tun – selbst bei jenen, die ungleich weniger Macht haben als er. Seine Berater fordern bereits, dass kritische Journalisten entlassen werden sollen – es steht zu erwarten, dass Trump künftig noch mehr Anstrengungen in persönliche Vergeltungsmaßnahmen stecken wird. Auch hat er in seiner ersten Woche bewiesen, dass er mit Hilfe von Dekreten zu regieren gedenkt. Sie werden die normalen Gesetze ersetzen, die ihren Weg durch das Repräsentantenhaus nehmen.

Mit jedem Angriff schafft Trump sich neue Feinde

Am Ende aber wird Trump trotzdem scheitern. Er wird scheitern, weil seine Strategie, so gerissen seine Taktik auch sein mag, schrecklich ist: Die „New York Times“, die CIA, die mexikanisch-stämmigen Amerikaner und all die anderen, die er schon angegriffen hat, werden nicht einfach verschwinden. Mit jedem Angriff schafft Trump sich neue Feinde und stärkt ihre Verbundenheit untereinander; er mag seine Follower haben, aber er gewinnt keine neuen Freunde dazu. Er wird scheitern, weil er die Gerichte nicht korrumpieren kann und selbst der zaghafteste Senator früher oder später sagen wird: „Es ist genug.“ Er wird scheitern, weil am Ende des Tages die meisten Amerikaner, auch jene, die für ihn gestimmt haben, anständige Menschen sind, die kein Verlangen verspüren, in einer amerikanischen Version von Erdogans Türkei, Orbàns Ungarn oder Putins Russland zu leben.

Es gab nichts in dieser ersten verstörenden Woche der Trump-Regierung, womit man nicht hätte rechnen können. Es wird nicht besser werden. Die Amerikaner sollten sich deshalb einen Ruck geben und ihre Repräsentanten in die Pflicht nehmen. Diejenigen, die in einer Position sind, eine klare Haltung einzunehmen, sollten das tun – und die, die es nicht sind, sollten das Fundament für eine bessere Zukunft legen.

Es ist nichts Großes an dem Amerika, das Donald Trump zu schaffen glaubt. Aber am Ende wird es die Größe Amerikas sein, die ihn aufhalten wird.

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Eliot A. Cohen war von 2007 bis 2009 Berater („Counselor“) von Außenministerin Condoleezza Rice unter der Bush-Regierung und bekleidete damit eine der ranghöchsten Positionen im amerikanischen Außenministerium. Heute ist er Direktor des Strategic Studies Programs an der Johns Hopkins University School of Advanced International Studies in Washington D.C. Cohen war einer der ersten einflussreichen Berater, die nach dem 11. September 2001 einen Krieg gegen den Irak und Iran propagierten.

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Oliver Georgi. Der Text ist im Original zuerst im Magazin „The Atlantic“ erschienen.

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