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Woodwards Trump-Buch : Lügen und Protzen

„Ich wollte es immer herunterspielen“: Präsident Trump, aufgenommen am Mittwoch im Weißen Haus, über seinen Umgang mit dem Coronavirus Bild: Reuters

Das neue Buch von Watergate-Journalist Bob Woodward bringt Donald Trump in Erklärungsnöte. Es zeigt einen Präsidenten, der die Gefahr durch das Coronavirus bewusst herunterspielt und sich mit geheimen Waffensystemen brüstet.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Donald Trump hatte am Mittwoch kaum eine Wahl: Er ging in die Offensive und gab vor Journalisten zu, dass er das Coronavirus heruntergespielt habe. „Ich wollte nicht, dass die Leute Angst haben, ich wollte keine Panik verursachen, wie man so sagt.“ Zuvor waren Auszüge aus dem neuen Buch von Bob Woodward veröffentlicht worden – dem Reporter, der in den siebziger Jahren die Hintergründe der Watergate-Affäre mit aufdeckte, an deren Ende der Rücktritt von Präsident Richard Nixon stand. Woodwards jüngstes Buch „Rage“ („Wut“), das am kommenden Dienstag erscheinen wird, hat jetzt schon hohe Wellen geschlagen. Ebenso wie die Tonbandaufnahmen, die Woodward mit Einwilligung Trumps angefertigt hatte. 

          Aus der Berichterstattung über die Auszüge und die für jeden nachhörbaren Zitate des Präsidenten wird klar: Trump, dem von Fachleuten Missmanagement in der Coronakrise vorgeworfen wird und der das Virus lange verharmloste, machte sich keine Illusionen über dessen Gefährlichkeit. Von seinem Nationalen Sicherheitsberater Robert O'Brien soll er demnach bereits am 28. Januar eine deutliche Warnung erhalten haben. Das Virus werde bald zum größten nationalen Sicherheitsrisiko der Präsidentschaft werden, zitiert Woodward O'Brien. Und als Trump am 7. Februar direkt mit dem Journalisten telefonierte, sagte er, dass das Virus sich durch die Atemluft übertragen könne: „Sie atmen bloß die Luft ein, und so wird es übertragen. Also ist das sehr problematisch, und es ist eine sensible Angelegenheit. Es ist auch tödlicher als eine schwere Grippe.“ 

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