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Women’s March in Amerika : Tausende protestieren gegen Trump und Barrett-Nominierung

  • Aktualisiert am

„Rechte sind nicht hypothetisch“: Eine Frau auf dem Women’s March in Washington Bild: AP

In mehreren Städten Amerikas sind Tausende auf die Straße gegangen, um gegen die Wiederwahl Donald Trumps zu demonstrieren. Sie wollen auch eine Berufung der konservativen Richterin Amy Coney Barrett verhindern.

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          Tausende Menschen haben sich am Samstag in den Vereinigten Staaten an Protesten gegen den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und für Frauenrechte beteiligt. In Washington und anderen Städten versammelten sich vor allem Frauen, um gegen eine mögliche Wiederwahl Trumps und seine Kandidatin für den Obersten Gerichtshof, Amy Coney Barrett, zu protestieren. In der amerikanischen Hauptstadt starteten die Teilnehmer ihren Protestmarsch nahe dem Weißen Haus. Weitere Märsche gab es den Organisatoren zufolge in allen Bundesstaaten. Insgesamt sollen es 429 gewesen sein, bei denen nach Angaben der Organisatoren mehr als 116.000 Menschen zusagten, schreibt die „Washington Post“. Allein in Tucson, Arizona, sollen mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen sein.

          Die Proteste waren inspiriert von dem erstem Women’s March nach Trumps Amtseinführung 2017. Damals hatten mehr als drei Millionen Menschen teilgenommen. Diesmal kamen wegen der Corona-Pandemie aber deutlich weniger Menschen, die dafür Masken trugen und mobile Desinfektionsspender dabei hatten. Die 40 Jahre alte Teilnehmerin Justina Gilliam erzählte der „Washington Post“, sie habe bislang jeden Women's March besucht. Die diesjährige habe eine ähnliche Dringlichkeit wie die erste: „Es ist eine Verzweiflungstat.“ Kelsey Weir, eine 29 Jahre alte Künstlerin aus dem südlichen New Jersey, hielt ein Schild mit der Aufschrift „W.A.P.: Frauen gegen das Patriarchat“ hoch.

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          Auch am Samstag trugen viele Teilnehmerinnen wieder das Symbol der Protestaktion Women’s March, den sogenannten Pussy Hat, in Anspielung auf Trumps Äußerung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen. Viele trugen auch wie ihr Vorbild, die verstorbene linksliberale Oberste Richterin Ruth Bader Ginsburg, einen weißen Kragen. Trump will Ginsburg noch vor der Präsidentenwahl am 3. November am Supreme Court durch die erzkonservative Barrett ersetzen. Es wird befürchtet, dass der Oberste Gerichtshof mit der Stimme der Mutter von sieben Kindern das Recht auf Abtreibung kippt. In ihren Anhörungen vor dem Kongress wich sie dieser Frage aus. Am Dienstag sagte sie, das Grundsatzurteil von 1973 für das Recht auf Abtreibung sei nicht „universell akzeptiert“. Am kommenden Donnerstag soll der Justizausschuss des Senats über ihre Nominierung abstimmen.

          Bei den Frauen ist laut einer Umfrage der „Washington Post“ und des Fernsehsenders ABC News der demokratische Bewerber auf das Präsidentenamt, Joe Biden, beliebter. Der ehemalige Vizepräsident habe einen Vorsprung von 23 Prozentpunkten gegenüber Trump bei den wahrscheinlichen Wählerinnen (59 Prozent bis 36 Prozent). Bei den Männern lägen hingegen Trump und Biden gleichauf.

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