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Amerikas Verhältnis zum Balkan : Joe Biden und der Völkermord

Kenner des Balkans: Biden im April 1993 am Flughafen in Sarajevo Bild: Chris Helgren

Serbiens Nationalisten hoffen, dass Donald Trump Präsident bleibt. Die meisten Muslime des Balkans drücken seinem Herausforderer Joe Biden die Daumen. Der weiß, dass die Konflikte nicht mit schnellen Deals zu lösen sind.

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          Er habe keinen Zweifel, dass die Europäische Union auf einen Sieg von Joe Biden bei der amerikanischen Präsidentenwahl hoffe, sagte der serbische Staatspräsident Aleksandar Vučić Ende September nach einem Treffen mit seinem türkischen Gegenpart Recep Tayyip Erdogan. „Und was dann?“, fragte Serbiens ohne parlamentarische Opposition regierender Alleinherrscher, um seine Frage gleich selbst zu beantworten: Dann sei aus Washington und Brüssel wieder härtester gemeinsamer Druck auf Serbien zu erwarten. Doch unter seiner Führung, so deutete Vučić auf der Pressekonferenz in Istanbul an, werde Serbien auch diesem Druck (zur Anerkennung des Kosovos) standhalten.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Serbiens Staatschef ist viel zu klug, um sich öffentlich für oder gegen einen Kandidaten der amerikanischen Präsidentenwahl auszusprechen, doch aus seinen Äußerungen in Istanbul klang heraus, was in serbischen Boulevardmedien und im nationalistischen Unterholz von Chatforen oder sozialen Medien allemal als ausgemachte Sache gilt: Donald Trump ist gut für Serbien, ein Präsident Joe Biden wäre schlecht. Der serbische Extremist und frühere Freischärlerführer Vojislav Šešelj, dessen rechte Hand Vučić einst war, wusste genau, warum er vor der vorigen Präsidentenwahl 2016 die serbische Diaspora in den Vereinigten Staaten aufforderte, für Trump zu stimmen.

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