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Unterstützung für Juan Guaidó : Anruf aus Washington

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat sich aktiv mit den Geschehnissen in Venezuela befasst Bild: Reuters

Die politische Einflussnahme der Vereinigten Staaten auf Lateinamerika hat eine lange Tradition. Hinter der Solidarisierung mit dem venezolanischen Parlamentspräsidenten Guaidó steht offenbar mehr als politisches Interesse.

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          Schaut man sich einige der Reaktionen auf die Entscheidung der amerikanischen Regierung an, Juan Guaidó als Übergangspräsidenten Venezuelas anzuerkennen, könnte man auf die Idee kommen, Donald Trump sei es in schwieriger innenpolitischer Lage um einen außenpolitischen Punktgewinn gegangen.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Aus Florida, einem der mutmaßlichen Schlüsselstaaten in der Präsidentenwahl 2020, kam sogleich Anerkennung: Der republikanische Senator Marco Rubio, eine einflussreiche Stimme in der amerikanischen Lateinamerika-Politik, lobte die Trump-Regierung für die schnelle Unterstützung der Anti-Maduro-Kräfte. Mario Diaz-Balart, Mitglied des Repräsentantenhauses, sprach gar davon, dass die Demokratie wieder auf dem Vormarsch sei – auch dank amerikanischer Führungsstärke.

          Man tut der Regierung aber unrecht, wenn man ihr unterstellt, sie habe in erster Linie vom lähmenden Haushaltsstreit in Washington oder der Russland-Affäre ablenken wollen. Trump hat – trotz seiner „America First“-Antrittsrede – sehr früh in seiner Amtszeit deutlich gemacht, dass Venezuela weit oben auf der Prioritätenliste stehe.

          Er verurteilte den autoritären Machthaber in Caracas, er empfing die Ehefrau eines eingesperrten Oppositionspolitikers im Weißen Haus, und er ließ sich von seinem Vizepräsidenten Mike Pence flankieren, dessen evangelikaler Wählerbasis das sozialistische Regime schon lange ein Dorn im Auge ist.

          Die sich überstürzenden Ereignisse in der venezolanischen Hauptstadt überraschten die Außenpolitiker in Washington nicht. Öffentlich unterstützte Pence die Massenproteste – unter anderem in einer Videobotschaft, die sein Büro verbreitete: „Estamos con ustedes“, Amerika stehe auf der Seite des venezolanischen Volkes, sagte er.

          Auch vor dem Mittwoch der vergangenen Woche, an dem Guaidó sich zum Präsidenten erklärt hatte, war der Vizepräsident tätig geworden. Wie das „Wall Street Journal“ am Samstag berichtete, hatte Pence Guaidó, den Präsidenten der vom Maduro-Regime entmachteten Nationalversammlung, in der Nacht zuvor angerufen und Washingtons Unterstützung versprochen, wenn er sich zum amtierenden Staatschef erkläre.

          Gewiss auch mit Blick auf die lange, unrühmliche Geschichte von Staatsstreichen in lateinamerikanischen Staaten nach amerikanischem Drehbuch verwies Pence dabei auf einen Passus in der venezolanischen Verfassung.

          Der Anruf von Pence folgte nach Angaben der Zeitung nicht einem spontanen Entschluss des Weißen Hauses. Seit Wochen habe es vertrauliche Gespräche mit der Opposition in Caracas, mit Verbündeten in der Region und mit Außenpolitikern im Kongress gegeben. Unterschiedliche Optionen wurden erwogen.

          Schon im September vergangenen Jahres hatte die „New York Times“ über vertrauliche Treffen der amerikanischen Seite mit abtrünnigen Militärs aus Caracas berichtet, in denen darüber geredet worden sei, ob und gegebenenfalls wie man Maduro stürzen könne. Diese Pläne wurden verworfen. Ein Grund dafür dürfte gewesen sein, dass Washington es für geboten hielt, andere lateinamerikanische Staaten an seiner Seite zu wissen.

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