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Keine Ausnahmen mehr : Washington will Iran offenbar den Ölhahn zudrehen

  • Aktualisiert am

Eine iranische Flagge weht vor einer Ölförderanlage, wo Gas abgefackelt wird. Bild: Reuters

Trotz Atomstreit tolerieren die Vereinigten Staaten derzeit noch iranische Ölexporte in einige Länder. Damit soll es wohl bald vorbei sein. Der Ölpreis steigt.

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          Im Atomstreit mit Iran wollen die Vereinigten Staaten die Ölexporte der Islamischen Republik einem Zeitungsbericht zufolge in Kürze vollständig lahmlegen. Außenminister Mike Pompeo werde noch an diesem Montag ankündigen, dass Washington ab dem 2. Mai keinem Land mehr Ausnahmen gewähren werde, das derzeit noch iranisches Öl importiert, berichtete die „Washington Post“ am Sonntag unter Berufung auf Ministeriumskreise.

          Die Ausnahmeregelungen für China, Japan, Indien, Südkorea, Taiwan, die Türkei, Italien und Griechenland sollten dann wie geplant nach einem halben Jahr enden. Sollte sich ein Staat nicht an das Embargo halten, drohen ihm amerikanische Sanktionen. Die Türkei hatte sich zuletzt noch für eine Verlängerung der Ausnahmen eingesetzt. Das Außenministerium in Washington wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

          Die Neuigkeiten schürten die Sorgen vor einem Engpass am Ölmarkt und trieben die Ölpreise um rund drei Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr. Die führende Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich auf 74,30 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete damit so viel wie zuletzt am 1. November. Amerikanisches Leichtöl der Sorte WTI legte auf 65,87 Dollar zu auf den höchsten Stand seit dem 30. Oktober. Wegen Lieferausfällen in den Krisenländern Venezuela und Libyen ist die Lage am Ölmarkt ohnehin angespannt.

          Abkehr vom Atomabkommen

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte das internationale Atomabkommen mit Iran von 2015 im vergangenen Jahr aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab.

          Trump will die Führung in Teheran damit zu Neuverhandlungen über ein wesentlich strengeres Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen. Zudem will er Iran so zu einem Kurswechsel in der Außenpolitik und dem Ende der Unterstützung militanter Gruppen in der Nahost-Region bewegen. Die EU will an dem Atomabkommen festhalten, das auch von Deutschland ausgehandelt wurde.

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