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Einmischung aus Amerika : Wie Trump in die Innenpolitik im Kosovo eingriff

Trump im September mit Vučić und Hoti (rechts) im Oval Office Bild: AP

Im Kosovo muss ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Das liegt auch an einer Intervention des scheidenden amerikanischen Präsidenten – und an einem korrupten Abgeordneten.

          4 Min.

          Ungewöhnlich war das Jahr 2020 überall, doch für das Kosovo, Europas jüngsten Staat, wäre dieses Jahr auch ohne die Pandemie besonders turbulent verlaufen. Das hat damit zu tun, dass sich Donald Trump in die kosovarische Innenpolitik eingemischt hat. Mutmaßlich in der Erwartung, am Balkan einen leichten außenpolitischen Erfolg vor den amerikanischen Präsidentenwahlen einfahren zu können, hatte Trump seinen damaligen Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, schon Ende 2019 zusätzlich zu seinem Sondergesandten für „Friedensverhandlungen“ zwischen Serbien und dem Kosovo ernannt. Diese „Verhandlungen“, denen sich zu keinem Zeitpunkt so etwas wie eine Strategie nachsagen ließ, gipfelten Anfang September dieses Jahres in einem Treffen im Weißen Haus.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Dort unterzeichneten Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić und der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti im Beisein Trumps zwei separate Dokumente mit einigen vagen, zum Teil auch konfusen Absichtserklärungen. Dass Trump und Grenell ihr seltsames diplomatisches Potpourri dennoch als historischen Durchbruch feierten, konnte niemanden überraschen. Dass die in Washington unterzeichneten Memoranden schon wenige Tage später so gut wie vergessen waren und bis heute nichts bewirkt haben, auch nicht.

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