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Nach dem Wahlsieg von Biden : Amerikas Demokratie funktioniert

  • -Aktualisiert am

Unbändige Freude: Amerikaner feiern in Boston (Massachusetts) den Sieg von Joe Biden. Bild: AFP

Trumps Versuche, sich zum Wahlsieger auszurufen, verhallen weitgehend ungehört. Die amerikanische Demokratie hat unter ihm weniger gelitten als gemeinhin angenommen.

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          Es kommt nicht oft vor, dass die Amerikaner ihrem Präsidenten eine zweite Amtszeit verweigern. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das nur dreimal geschehen, zuletzt traf es George H. W. Bush. Für einen Egomanen wie Donald Trump muss es eine besondere Kränkung sein, dass nun auch ihm dieses Schicksal droht. Das dürfte, jenseits des bei ihm ohnehin sehr ausgeprägten Willens zur Macht, ein wichtiger Grund sein, warum der Amtsinhaber schon die ganze Woche versucht hat, seine Niederlage auf juristischem Wege abzuwenden. Es sah zunächst nicht so aus, als ob er damit weit kommen würde.

          Ein paar Dinge waren erwartbar bei dieser ungewöhnlichen Wahl, darunter an erster Stelle Trumps Versuch, die Stimmauszählung zu behindern. Er hatte dieses zweifelhafte Vorgehen lange angekündigt. Da kamen wieder seine Ignoranz und die tiefe Verachtung für demokratische Verfahren zum Vorschein, die seine gesamte Amtszeit geprägt haben. Wenig überraschend war auch, dass die Auszählung so lange dauerte. Dass die millionenfache Briefwahl, geschuldet der Pandemie, die Sache in die Länge ziehen würde, war allgemein bekannt. Trump allerdings sah es als Chance, den Prozess zu stören.

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