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Wahlkampf in Amerika : Trump in doppelter Rolle

Auf dem Weg zur Unterzeichnung des Friedensvertrags: Donald Trump am Dienstag in Washington Bild: AFP

Der amerikanische Präsident Trump weiß sich zu inszenieren: Innerhalb weniger Stunden zeigte er sich gestern erst als Klimawandelleugner und dann als Friedenspatron. Beides ist keine Bagatelle.

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          Klimawandelleugner, Friedenspatron – binnen weniger Stunden besetzte der amerikanische Präsident erst die eine und dann die andere Rolle. Im von verheerenden Bränden heimgesuchten – und von einem Demokraten regierten – Kalifornien fiel Donald Trump neben Kritik an der Waldbewirtschaftung nicht mehr ein als diese Vorhersage: Es wird wieder kühler werden. Im Angesicht einer tödlichen Katastrophe, die mittlerweile zahlreiche Bundesstaaten im Westen erfasst hat, ist das pseudovolkstümliche Dümmlichkeit. Dass für Trump die Wissenschaft nicht viel zählt, ist bekannt. Da ist er ganz bei seinen Anhängern, die in ihrem Anti-Elite-Furor auch die Klimaforscher einbeziehen, und die Basis ist bei ihm. Seine Gegner werden sich nicht bitten lassen, ihm seine klimapolitische Ignoranz um die Ohren zu hauen.

          Im Weißen Haus wurde kurz danach die Aufnahme diplomatischer Beziehungen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und mit Bahrein gefeiert. Die Zeremonie gab Trump die Chance, sich als Friedensstifter in Szene zu setzen, als derjenige, der die Verhältnisse im Nahen Osten ordnet. Dass die Palästinenser sich darüber empören, dass ihr Kernanliegen, ein eigener Staat, faktisch auf der Strecke bleibt, kann man verstehen. Aber es ist keine historische Bagatelle, dass zwei weitere arabische Staaten mit Israel diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das verdient Anerkennung über den Kreis der Fans des Präsidenten hinaus. Der evangelikale Teil wird es ihm besonders hoch anrechnen.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          (K.F.), Politik

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