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Wahlen in Amerika : Trump gewinnt in Alaska – Republikaner verteidigen Senatssitz

  • Aktualisiert am

Donald Trump am Mittwoch in Virginia. Bild: Reuters

Der Sieg von Donald Trump in Alaska ändert am Wahlerfolg von Joe Biden nichts. Dagegen verteidigen die Republikaner einen weiteren Senatssitz. Die Entscheidung über die Mehrheit in der Parlamentskammer fällt damit erst im Januar.

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          Die Republikaner haben bei der Wahl in den Vereinigten Staaten einen weiteren Senatssitz verteidigt. Damit fällt die Entscheidung über die Mehrheit in der Parlamentskammer erst im Januar. Bei der Präsidentschaftswahl gewann Amtsinhaber Donald Trump die drei Wahlleute-Stimmen für Alaska, wie am Mittwoch bekannt wurde. Am Wahlsieg seines Herausforderers Joe Biden mit Blick auf die gesamten Vereinigten Staaten ändert das aber nichts.

          Bei der Senatswahl verteidigte der republikanische Vertreter Alaskas, Dan Sullivan, sein Mandat. Damit haben die Republikaner 49 Sitze in der 100-köpfigen Kammer sicher und die Demokraten 48.

          Im Rennen um einen weiteren Sitz, über den in North Carolina abgestimmt wird, hat sich der demokratische Herausforderer Cal Cunningham gegenüber dem Republikaner Thom Tillis geschlagen gegeben, doch die Zahlen sind so knapp, dass der Ausgang noch nicht ganz eindeutig entschieden ist. Über die restlichen beiden Sitze wird im Januar in einer Stichwahl in Georgia entschieden.

          „An diesem Tag der Veteranen spüre ich das volle Gewicht der Ehre“

          Der Senat ist extrem wichtig für einen Präsidenten: Er bestätigt seine Kandidaten für Regierungs- und Richterposten und kann Gesetzesvorhaben blockieren. Ein weiter von Republikanern kontrollierter Senat könnte dem neugewählten Präsidenten Joe Biden das Regieren also deutlich erschweren.

          Bei den absoluten Stimmen der Präsidentschaftswahl hat Wahlsieger Joe Biden seinen Vorsprung inzwischen auf insgesamt mehr als fünf Millionen Stimmen ausgebaut. Nach den vorläufigen Ergebnissen bis Mittwoch wurde Biden von 77,38 Millionen Amerikanern gewählt und erhielt damit 5,1 Millionen Stimmen mehr als Amtsinhaber Trump. Das Ergebnis Bidens übertrifft auch die bisher höchste Stimmenzahl von Barack Obama bei seiner ersten Wahl 2008 mit 69,5 Millionen – seitdem ist allerdings auch die Bevölkerungszahl um rund 25 Millionen gestiegen.

          Unterdessen haben Joe Biden und Amtsinhaber Trump haben am Tag der Veteranen in den Vereinigten Staaten verstärkte Maßnahmen für den Gesundheitsschutz ehemaliger Soldaten angekündigt. Ungeachtet seiner Wahlniederlage in der vergangenen Woche erklärte Trump am Mittwoch, er werde diese Bemühungen weiter fortsetzen.

          Biden erklärte: „An diesem Tag der Veteranen spüre ich das volle Gewicht der Ehre und der Verantwortung, die mir das amerikanische Volk als dem nächsten Präsidenten anvertraut hat.“ Er werde ein Oberkommandierender sein, der den Dienst der Veteranen respektiere, kündigte Biden an. Trump wiederum wies auf die Unterstützung der Veteranen hin, die er als Oberkommandierender auf den Weg gebracht habe. Beide besuchten an dem Feiertag zeitgleich Gedenkstätten der Streitkräfte.

          Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Bekanntgabe des Wahlsiegs von Biden am vergangenen Samstag nahm Trump auf dem Nationalfriedhof in Arlington im Bundesstaat Virginia bei strömendem Regen an einer Kranzniederlegung teil. Auch Vizepräsident Mike Pence, der sich mit öffentlichen Auftritten und Äußerungen in den vergangenen Tagen zurückgehalten hatte, war bei der Zeremonie dabei. Biden besuchte in Begleitung seiner Frau Jill das Mahnmal zum Koreakrieg in Philadelphia in Pennsylvania. Das Wahlergebnis in diesem Staat gab den Ausschlag für den Wahlsieg des Kandidaten der Demokratischen Partei. An der Zeremonie nahm auch der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, teil.

          In ähnlichen Formulierungen sprachen Trump und Biden in schriftlichen Erklärungen davon, dass an diesem Tag „die Nation innehält“, um all die zu ehren, die sich in Uniform für die Werte der Vereinigten Staaten eingesetzt hätten. Beide wiesen auf die hohe Zahl von Selbstmorden unter ehemaligen Soldaten hin – laut Trump jeden Tag 20 im Durchschnitt. Biden nannte besonders auch den Schutz von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung in der mit LGBTTQ+ abgekürzten Gemeinschaft.

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