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White House Briefing : Latinos für Clinton, Schrecksekunde für Trump

  • -Aktualisiert am

Dem Gegner trotzen: Latinos, die Clinton unterstützen, laufen durch eine Gasse von Hillary-Gegnern in Los Angeles im Mai 2016 Bild: dpa

Der demokratischen Kandidatin kommt eine Wählergruppe zur Hilfe, die mit ihrem Rivalen noch eine Rechnung offen hat. Der wiederum beschwört sein „Momentum“, blickt nach Michigan – und lässt sich auch von einem Zwischenfall nicht beeindrucken.

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          Bei einem Auftritt in der Stadt Reno erlebte Donald Trump am Samstagabend eine echte Schrecksekunde. Nachdem jemand im Publikum das Wort „Waffe“ gerufen haben soll, kam es im Saal zu tumultartigen Szenen. Beamte des Secret Service stürmten auf die Bühne, um Trump abzuschirmen und eilig von der Bühne zu geleiten. Ein Mann im Zuschauerraum wurde abgeführt und der Präsidentschaftskandidat der Republikaner kehrte schnell zurück vor seine Fans: „Niemand hat gesagt, dass es für uns einfach wird, aber wir werden uns niemals stoppen lassen.“

          Keine Frage: In diesem Wahlkampf ist ordentlich Musik drin, vor allem bei den Demokraten. Am Samstagabend sang Popstar Katy Perry für Clinton in Philadelphia, am heutigen Sonntag tritt Kuschelrocker Bon Jovi in North Carolina für sie auf. Das Gastspiel von Rapper Jay Z bei einem Clinton-Konzert am Freitag allerdings könnte ein politisches Eigentor gewesen sein. Zumindest, wenn man Clintons Gegner glaubt.

          Wie könne sich Hillary nur über seine anstößigen Sprüche beschweren, fragte Trump am Samstagmorgen, wenn sie selbst einen Mann wie Jay Z auftreten lasse. Dieser gebe schließlich Dinge von sich, „die ich in meinem Leben noch nie gesagt habe“. Das alles zeige einmal mehr die „Verlogenheit der Politiker“, so Trump.

          Weniger Kontra kommt für Hillary Clinton von einigen Frühwähler-Statistiken. Demnach haben bereits überraschend viele Amerikaner mit lateinamerikanischen Wurzeln in Staaten, die eine vorzeitige Stimmabgabe erlauben, gewählt. Warum das gut für Clinton ist? Umfragen zufolge ist die Wählergruppe der „Latinos“ klar auf Seiten der demokratischen Kandidatin, die seit Monaten alles versucht, deren Wahlbeteiligung in die Höhe zu treiben.

          Trumps Präsidentschaftskampagne begann einst mit einer Rede, in der er Mexikaner unter anderem als Vergewaltiger und Drogensüchtige verunglimpfte. Dass es nun ausgerechnet die mexikanisch-stämmigen Amerikaner und andere Latinos sein könnten, die Trump am Ende den Weg ins Weiße Haus verstellen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

          In Nevada, einem Staat, in dem ebenfalls vorzeitig gewählt werden darf, ist die Beteiligung von Latinos offenbar bereits so hoch, dass Trump am Wahltag fast ein Wunder braucht, um das Ergebnis noch einmal herzumzubiegen. „Trump ist tot“, so der politische Analyst Jon Ralston mit Blick auf die Chancen des Republikaners in Nevada – obwohl die Umfragen für Trump dort eigentlich zuletzt gar nicht schlecht ausgesehen hatten.

          Ansonsten sorgte am Samstag vor allem ein Auftritt eines führenden Republikaners für eine Überraschung: Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, hatte eigentlich bekanntgegeben, nicht öffentlich für Trump werben zu wollen, tat genau das jetzt aber doch. „Es ist Zeit, nach Hause zu kommen“, sagte Ryan am Samstag in Wisconsin an der Seite von Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence und forderte alle Republikaner auf, am Dienstag Trump zu wählen.

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