https://www.faz.net/-gpf-9x075

Vorwahlen der Demokraten : Was macht den „Super Tuesday“ super?

Kalifornien bereitet sich auf die Vorwahlen der Demokraten vor. Bild: AFP

In 14 Bundesstaaten bestimmen die Demokraten ihren bevorzugten Präsidentschaftskandidaten. Wer ist Favorit? Wie viele Delegierte werden vergeben? Wann gibt es Ergebnisse? Ein Überblick.

          4 Min.

          Am „Super Tuesday“ könnte eine Vorentscheidung darüber fallen, wer im November der demokratische Herausforderer von Präsident Donald Trump wird. Denkbar ist aber auch, dass sich aus dem bis jetzt unübersichtlichen Wettbewerb ein Zwei- oder Dreikampf entwickelt, der sich noch lange hinzieht.

          Was ist der „Super Tuesday“?

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Neben der Präsidentenwahl im November ist der „Super Tuesday“ der vermutlich zweitwichtigste Dienstag im politischen Kalender der Vereinigten Staaten: An einem einzigen Tag werden in sehr vielen Staaten Vorwahlen für die amerikanische Präsidentenwahl abgehalten. Während die demokratische Partei es traditionell den Staaten Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina vorbehält, die ersten Vorwahlen auszurichten, können nun endlich die anderen Bundesstaaten ihr (oft sehr viel größeres) Gewicht in die Waagschale werfen. An diesem Dienstag stimmen die Anhänger der Demokraten in 14 Bundesstaaten für ihren jeweils bevorzugten Bewerber.

          Seinen Ursprung hat die Tradition des „Super Tuesday“ im Jahr 1984. Damals verlor der demokratische Kandidat Walter Mondale die Präsidentenwahl deutlich gegen den Republikaner Ronald Reagan. Vor allem Südstaaten wollten daraufhin versuchen, mehr Einfluss auf die Auswahl des Kandidaten zu nehmen. So wollten sie verhindern, dass nur der linke Flügel zum Zuge kam. Im Jahr 1988 stimmten zwanzig Staaten – vor allem aus dem Süden – am 8. März über den Präsidentschaftskandidaten ab. Die Strategie ging jedoch nicht auf. Michael Dukakis, der sich selbst eher dem linken Parteilager zurechnete, wurde Kandidat der Demokraten und verlor deutlich gegen den Republikaner George H.W. Bush. 1992 gelang es den Südstaaten jedoch, ihren Einfluss geltend zu machen. Bill Clinton, moderater Gouverneur aus Arkansas, vertrat die Demokraten in der Präsidentenwahl und gewann.

          In den vergangenen Jahren haben einige Staaten ihren Vorwahltermin von diesem Tag weggelegt, andere sind hinzugekommen. Im Jahr 2008 gab es beispielsweise den größten „Super Tuesday“, als bei den Demokraten 24 Staaten auf einmal wählten und somit die Hälfte aller Delegierten auf einen Schlag vergeben wurde.

          Warum ist der Termin so wichtig?

          Am „Super Tuesday“ zeigt sich zum ersten Mal in den Vorwahlen ein Trend, der auf die Stimmung im ganzen Land schließen lässt. In den ersten vier Staaten schneiden die Kandidaten ihre Botschaften vor allem auf die Befindlichkeiten der jeweiligen Bevölkerung zu. Das ist danach nicht mehr möglich. Weil in fast allen Zeitzonen gleichzeitig gewählt wird, in urbanen Küstenstaaten wie in der ländlichen Mitte des Landes, müssen sich die Bewerber nun breiter aufstellen. Manche Kandidaten hoffen, aus den Vorwahlen des „Super Tuesday“ als kaum noch einholbarer Favorit auf die Nominierung der Partei hervorzugehen.

          Wie viele Delegierte werden vergeben?

          An diesem Dienstag werden in 14 Staaten Wahlen abgehalten, auf Amerikanisch-Samoa findet zudem ein Caucus statt, und für die Demokraten, die sich dauerhaft im Ausland befinden, beginnt eine siebentägige Abstimmungsfrist. Die 14 Staaten sind: Alabama, Arkansas, Kalifornien, Colorado, Maine, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Utah, Vermont und Virginia.

          Weitere Themen

          Augen zu und raus

          Abzug aus Afghanistan : Augen zu und raus

          Präsident Bidens Ankündigung, aus Afghanistan abzuziehen, stellt die Nato-Partner vor vollendete Tatsachen. Aber aus amerikanischer Sicht ist das Zeitalter der Antiterrorkriege vorbei. Die strategischen Interessen liegen woanders.

          Topmeldungen

          Mit Sack und Pack: Amerikanische Soldaten in Afghanistan.

          Abzug aus Afghanistan : Augen zu und raus

          Präsident Bidens Ankündigung, aus Afghanistan abzuziehen, stellt die Nato-Partner vor vollendete Tatsachen. Aber aus amerikanischer Sicht ist das Zeitalter der Antiterrorkriege vorbei. Die strategischen Interessen liegen woanders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.