https://www.faz.net/-gpf-8eb3j

Vorwahlen in Amerika : Republikaner Romney warnt vor Trump

  • Aktualisiert am

Mitt Romney hält Donald Trump für einen Hochstapler. Bild: AFP

Für den früheren Präsidentschaftskandidaten der Republikaner ist der Milliardär in jeglicher Hinsicht ungeeignet für das Weiße Haus. Ob er denn wenigstens etwas vom gerühmten Geschäftssinn Trumps hält?

          2 Min.

          Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seine Partei mit scharfen Worten vor einer Kandidatur des populistischen Immobilienmilliardärs Donald Trump gewarnt. „Wenn wir Republikaner Donald Trump als unseren Kandidaten wählen, sind die Aussichten für eine sichere und blühende Zukunft stark vermindert“, sagte Romney am Donnerstag in einer Rede in Salt Lake City.

          Trump würde das Land mit seiner Wirtschaftspolitik in eine „lange Rezession“ stürzen, sagte Romney. Seine Außenpolitik würde „Amerika und die Welt unsicherer“ machen. Der Geschäftsmann habe „weder das Temperament noch das Urteilsvermögen“ für das Präsidentenamt, sagte Romney. Der einflussreiche Republikaner warf Trump charakterliche Schwächen vor und mokierte sich über gescheiterte unternehmerische Projekte des Geschäftsmanns: „Ein Business-Genie ist er nicht.“

          Trump sei nichts anderes als ein „Wichtigtuer“ und „Hochstapler“, fuhr Romney fort und beklagte, dass der Milliardär Muslime und mexikanische Einwanderer zu „Sündenböcken“ mache. Außerdem plädiere Trump für Folter sowie das Töten unschuldiger Kinder und Familienmitglieder von Terroristen. Die Pressefreiheit wolle er einschränken. „Das ist genau die Art von Wut, die andere Nationen in den Abgrund geführt hat“, warnte Romney.

          Trump konterte wenige Stunden später in einer Rede vor Anhängern und nannte Romney einen „gescheiterten Kandidaten“. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 sei der ehemalige Gouverneur von Massachusetts gegen Amtsinhaber Obama „schrecklich gescheitert“, sagte er. „Mitt war eine Katastrophe.“

          Romney habe damals um seine Unterstützung „gebettelt“. „Ich hätte sagen können: ’Mitt, fall auf die Knie’, und er wäre auf die Knie gefallen.“ Im vergangenen Jahr habe Romney dann mit dem Gedanken einer erneuten Präsidentschaftsbewerbung gespielt, sagte der Milliardär. Dann habe er aber aus Angst vor ihm gekniffen.

          Der Ex-Gouverneur von Massachusetts hatte bei der Präsidentschaftswahl 2012 für die Republikaner kandidiert, unterlag damals aber Amtsinhaber Barack Obama. Romneys Rede war einer der bislang sichtbarsten Versuche des republikanischen Establishments, die Nominierung Trumps abzuwenden. Der von der Parteiführung lange nicht ernst genommene Milliardär liegt nach Vorwahlen in 15 der 50 Bundesstaaten bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag klar vorne.

          Ein Trump-Groupie
          Ein Trump-Groupie : Bild: AP

          Gleich zu Beginn seiner Rede stellte Romney klar, dass er nicht erneut die Kandidatur der Republikaner anstrebe. Seine Parteifreunde rief er auf, sich entweder für den erzkonservativen Senator Ted Cruz, den Senator Marco Rubio oder Ohios Gouverneur John Kasich zu entscheiden, von denen „die einzigen ernsthaften Politikvorschläge“ kämen.

          Am Donnerstagabend (Ortszeit) treten Trump, Cruz, Rubio und Kasich erneut bei einer Fernsehdebatte gegeneinander an. Nicht mehr im Rennen ist der frühere Neurochirurg Ben Carson, der sich am Mittwoch nach seinem schlechten Abschneiden am „Super Tuesday“ zurückgezogen hatte. Die nächsten Vorwahlen der Republikaner finden am Samstag in Kansas, Kentucky, Louisiana und Maine statt.

          Bei den Demokraten steuert die frühere Außenministerin Hillary Clinton auf die Nominierung zu. Die Vorwahlen beider Parteien ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ihre Kandidaten küren die Delegierten von Republikanern und Demokraten offiziell auf Parteitagen im Juli. Amerika wählt dann am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten.

          Vorwahlen in Amerika : Ein Super Tuesday für Donald Trump

          Weitere Themen

          Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsident von NRW gewählt Video-Seite öffnen

          Laschets Nachfolger : Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsident von NRW gewählt

          In Nordrhein-Westfalen ist der CDU-Landesvorsitzende Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der bisherige Landes-Verkehrsminister erzielte im ersten Wahlgang deutlich die erforderliche absolute Mehrheit. Er tritt die Nachfolge von Armin Laschet an, der in den Bundestag wechselt.

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Mateusz Morawiecki war am Mittwoch im Land unterwegs und äußerte sich auf Anfrage nicht.

          EuGH verhängt Strafe für Polen : „Um schweren Schaden abzuwenden“

          Eine Million Euro am Tag muss Polen bezahlen, solange die politisch besetzte Disziplinarkammer am obersten Gericht des Landes fortbesteht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Warschau spricht von „Erpressung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.