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Vor der Wahl in Amerika : Geht Bidens Strategie doch auf?

Immer nach Vorschrift: Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat während seiner Auftritte stets eine Maske dabei. Bild: AP

Zwei Drittel der Amerikaner finden das Verhalten des infizierten Präsidenten unverantwortlich. Seinem Herausforderer dürfte das nützen. Doch auch die Demokraten ziehen nun in den Tür-zu-Tür-Wahlkampf – trotz Pandemie.

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          Anfang Oktober hatte das Wahlkampfteam Joe Bidens im Stillen eine kleine Korrektur vorgenommen. Kreisverbände der Demokraten aus mehreren umkämpften Bundesstaaten hatten gefordert, die Kampagne müsse sichtbarer werden. Überall sehe man Donald Trumps Wahlkämpfer. Dem müsse man etwas entgegensetzen – und zwar vor Ort. Bidens Leute reagierten.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Vor einer Woche begannen die ersten Freiwilligen einen Tür-zu-Tür-Wahlkampf und zogen durch Wohngegenden in strategisch wichtigen Wahlkreisen in Nevada, Michigan, New Hampshire, Minnesota und Pennsylvania. Bisher hatte es stets geheißen, wegen der Pandemie werde man sich auf einen Online- und Telefon-Wahlkampf konzentrieren. Nun äußerte Kampagnenchefin Jen O’Malley Dillon, man habe beschlossen, in der heißen Wahlkampfphase „die Strategie zu erweitern“: Unter Beachtung der Pandemie-Vorschriften wolle man gezielt Nachbarschaften ansteuern, „in denen es schwieriger ist, Leute telefonisch zu erreichen“. Übersetzt hieß das: Wohngegenden mit sozialen Problemen, zumeist solchen mit einem hohen Anteil von Afroamerikanern. Auf das Gegrummel an der Basis ging O’Malley Dillon nicht explizit ein. Aber klar war: Trumps Kundgebungen mit Hunderten von Anhängern hatten Eindruck gemacht. Da konnte man nicht untätig bleiben.

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