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Die Marke Trump : Verschwörungstheorien beleben das Geschäft

  • -Aktualisiert am

Männer befestigen ein Schild mit Trumps Namen an einer frisch renovierten Sektion der Grenzmauer zu Mexiko in Calexico, Kalifornien. Bild: AFP

Der mutmaßliche Bombenverschicker in Amerika wurde festgenommen. Seine Motive sind noch unklar. Die vergangenen Tage zeigten nicht zuletzt, wie groß die Rolle von Verschwörungstheorien im Trump-Lager ist.

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          „Bomb stuff“, Bombenkram – so nannte der amerikanische Präsident am Freitag die Briefbomben-Sendungen an Demokraten und prominente Kritiker seiner Politik. Die Berichterstattung bremse den Rückenwind der Republikaner bei den Briefwahlen aus, klagte er bei Twitter. Die Taten an sich hatte Donald Trump zwar verurteilt. Aber er sagte laut CNN auch, er habe nicht die Absicht, seinen Vorgänger Barack Obama oder einen der anderen Betroffenen anzurufen.

          Da der festgenommene Cesar S. registrierter Republikaner ist, verstummten am Freitag die Verschwörungstheorien weitgehend, nach denen Linke die Pakete selbst geschickt haben könnten. Vor der Festnahme hatten nicht nur anonyme Trump-Anhänger in der Welt der Internetforen wie „4chan“ und „Reddit“ diese Behauptung verbreitet. Auch mehrere Journalisten von „Fox News“ brachten sie ins Spiel. Fox-Business-Moderator Lou Dobbs schrieb in einem inzwischen gelöschten Tweet: „Fake News, Fake-Bomben. Wer könnte bloß von so viel Fakerei profitieren?“

          Nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters betonten viele Trump-Fans dann lieber die vermeintliche Harmlosigkeit der Bomben. So titelte etwa die rechte Webseite „Frontpage Mag“: „Funktionsunfähige Bomben und doppelte Standards: Befürworter des Antifa-Terrors sind plötzlich in Rage wegen nicht explodierender Pakete.“ Diese Medien werden von Trumps Anhängern konsumiert, so randständig sie Kritikern auch vorkommen mögen.

          Verschwörungstheorien gehören zu Trump

          Verschwörungstheorien und unbelegte Schmähungen gegen Gegner gehörten von Anfang an zu Trumps Wahlkampf und seiner Präsidentschaft. Die Frequenz, mit der Trump lügt und Dinge behauptet, ohne einen Beleg zu liefern, gilt seinen Kritikern als einzigartig. Der „Factchecker“ der „Washington Post“, der alle Falschbehauptungen Trumps sammeln will, steht zur Zeit bei über 5000. Nicht alle diese Lügen haben mit Verschwörungstheorien zu tun, aber wo der Präsident Dinge einfach erfinden kann und von seinen Anhängern dafür bejubelt wird, da haben es auch die krudesten Konspirations-Erfinder leicht.

          Ein Extrembeispiel der jüngsten Zeit ist „QAnon“. Donald Trump ist der Held der „QAnon“-Anhänger. „Q“, ein anonymer User im Netz, bekämpft angeblich den so genannten „Deep State“, eine vermeintliche Verschwörung innerhalb des Regierungsapparates. Der „Deep State“ ist ihm zufolge für eine beliebige Anzahl von Dingen verantwortlich – von Steuererhöhungen über Korruption bis zum Machterhalt liberaler Eliten von bestimmten Universitäten.

          Trump sei „Q“ zufolge angetreten, um dem „Deep State“ endgültig den Garaus zu machen. Demzufolge dient alles, was er tut, dem Kampf gegen den „Deep State“ und gegen einen Kindervergewaltiger-Ring, den die finsteren Gestalten nebenher auch noch betreiben. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass viele die im Vergleich noch lebensnahe Theorie teilten, die Demokraten würden sich selbst Paketbomben schicken.

          Angriffe gegen Wissenschaft und Demokratie

          Es ist nicht so, dass es unter Liberalen oder Linken gar keine Verschwörungstheorien gibt. Beispiele waren die Legenden um den Mord an John F. Kennedy, oder die Behauptung, dass die Regierungen der beiden Bushs ausschließlich eingesetzt wurden, um die Interessen der Ölindustrie zu verwirklichen. Linke verbreiteten auch durchaus schon antisemitische Verschwörungsphantasien – und manche von ihnen machen den Überwachungsstaat gern bedrohlicher, als er ohnehin schon ist. Zwischen den rechten und linken Verschwörungsphantasien gibt es aber auch wesentliche Unterschiede. So richten sich rechte Phantasten besonders gern gegen wissenschaftlich bewiesene Tatsachen und sagen nicht selten der Wissenschaft an sich und der westlichen Demokratie den Kampf an.

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