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Vergleich mit Vorgängern : Amerikaner bewerten Trumps Arbeit als verheerend

Der amerikanische Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus Bild: AFP

Uninformiert, unzuverlässig, nicht vertrauenswürdig: Die Amerikaner haben von Donald Trump schon nach wenigen Wochen als Präsident einen katastrophalen Eindruck, wie eine Studie zeigt. Selbst Trumps angebliche „Dealmaker“-Qualitäten lösten sich für viele schnell in Luft auf.

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          Kurz nach seinem Amtsantritt sind die Amerikaner mit der Arbeit von Donald Trump so unzufrieden wie mit der keines anderen Präsidenten in den vergangenen Jahrzehnten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Washingtoner Pew Research Centers, die FAZ.NET vorliegt. 

          Oliver Georgi
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          Demnach waren Mitte Februar nur 39 Prozent der Befragten einverstanden mit der Art, wie Trump sein Amt ausübt – 56 Prozent waren es hingegen nicht, mehr als drei Mal so viele wie bei Obama im Februar 2009. Bei Trumps Vorgänger lehnten im Monat nach seiner Amtseinführung nur 17 Prozent seinen Regierungsstil ab, eine Rekordzahl von 64 Prozent war mit ihm zufrieden. Ähnlich große Zufriedenheitswerte konnte kurz nach seiner Amtsübernahme nur George Bush vorweisen (63 Prozent). Im Februar 1989 lehnten ihn in einer Umfrage nur 13 Prozent der Befragten ab – weniger Gegenwind kurz nach der Amtsübernahme hat im 36 Jahre umfassenden Vergleichszeitraum der Studie kein amerikanischer Präsident verspürt.

          Auch Bushs Sohn George W. war zu Beginn seiner Amtszeit um Welten beliebter als Donald Trump es heute ist. Im Februar 2001 waren nur 21 Prozent der Befragten nicht mit seiner Arbeit einverstanden, 53 Prozent hingegen schon. Selbst bei dem bei Amtsantritt höchst umstrittenen Ronald Reagan zeigten sich im Februar 1981 nur 18 Prozent der befragten Amerikaner unzufrieden mit dessen ersten Wochen, 55 Prozent waren einverstanden mit seiner Art des Regierens. Der Präsident, mit dem die Amerikaner kurz nach seinem Amtsantritt nach Trump am unzufriedensten waren, war Bill Clinton (25 Prozent) – aber im Gegensatz zu Trump fanden damals 56 Prozent der Befragten Clintons erste Regierungswochen akzeptabel. Auffallend ist auch: Während bei den anderen Präsidenten immer zwischen 19 und 27 Prozent der Befragten angaben, sich noch kein Urteil erlauben zu können, waren sie sich bei Trump schon Mitte Februar sicher: Nur sechs Prozent gaben in der Umfrage an, sie wüssten noch nicht, wie sie seine Arbeit bewerten sollen – so wenig wie bei keinem Präsidenten vor ihm.

          So weit, so bekannt – doch die Studie gibt auch Aufschluss darüber, wie (vasallen-)treu die republikanischen Wähler trotz aller Kritik zumindest im Februar noch hinter Trump standen. 84 Prozent der republikanischen oder dem republikanischen Lager nahestehenden Befragten gaben demnach an, sie stünden hinter Trumps Arbeit – das ist einen Monat nach der Amtsübernahme bei den Republikanern die höchste Zustimmung im gemessenen Zeitraum. Am wenigsten Zustimmung im republikanischen Lager hatte zu einem solch frühen Zeitpunkt Bill Clinton (30 Prozent), Ronald Reagan erreicht 78, George Bush und sein Sohn George W. jeweils 82 Prozent. Das könnte die Tatsache bestätigen, dass Trump unter allen Präsidenten seit Reagan am meisten polarisiert: Entweder man lehnt ihn ab oder man steht bedingungslos zu ihm -– das scheint auch für viele Wähler im republikanischen Lager zu gelten.

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