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Machtwechsel in Amerika : Vater von Assange hofft auf Begnadigung durch Biden

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Vater John Shipton vor einem Plakat mit der Aufschrift „Liefert Assange nicht aus“ in London (Archivbild vom September) Bild: dpa

In Kürze will ein Londoner Gericht über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange in die Vereinigten Staaten entscheiden. Neben Assanges Vater kritisiert auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter das Verfahren.

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          Der Vater von Wikileaks-Gründer Julian Assange hofft auf eine Begnadigung seines Sohnes durch den künftigen amerikanischen Präsidenten Joe Biden. Das sagte John Shipton am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Am 4. Januar soll ein Gericht in London über den amerikanischen Auslieferungsantrag für Assange entscheiden.

          Der 76 Jahre alte Vater ist zwar überzeugt, dass die Verteidiger seines Sohnes die besseren Argumente haben, trotzdem befürchtet er eine Niederlage vor Gericht. Grund dafür sei vor allem die aus seiner Sicht „willkürliche und böswillige“ Behandlung seines Sohnes in dem Verfahren. Der habe etwa nicht ausreichend Möglichkeit bekommen, während der Verhandlungen mit seinen Anwälten zu kommunizieren.

          „Grundlegender Rechte beraubt“

          Auch dem UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, zufolge könnte Assanges Schicksal in den Händen Bidens liegen. Er erwartete, dass die erste Instanz dem Auslieferungsantrag stattgeben werde, es sei denn, der künftige Präsident signalisiere, dass er einen anderen Ausgang wünsche, sagte Melzer der Deutschen Welle.

          Der UN-Fachmann sieht den Prozess in London nicht als faires Verfahren an. „Was wir sehen, ist, dass die Briten Julian Assange systematisch seiner grundlegenden Rechte berauben, seine Verteidigung vorzubereiten, Zugang zu seinen Anwälten und zu rechtlichen Dokumenten zu haben“, so Melzer.

          Die amerikanische Justiz wirft dem gebürtigen Australier Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning – die damals noch ein Mann war und Bradley Manning hieß – geheimes Material amerikanischer Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Der 49-Jährige habe damit das Leben von Informanten in Gefahr gebracht, so der Vorwurf. Seine Unterstützer sehen in Assange hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat. Jahrelang hatte sich Assange einer Festnahme durch die Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London entzogen. In Amerika droht ihm im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren.

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