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AKK-Vorstoß : Amerika will sich nicht an Syrien-Schutztruppe beteiligen

  • Aktualisiert am

Amerikas Verteidigungsminister Mark Esper am 23. Oktober auf Besuch in Bagdad Bild: AP

Der amerikanische Verteidigungsminister Esper begrüßt den Vorschlag seiner deutschen Amtskollegin Kramp-Karrenbauer. Russland fordert Amerika zum Abzug ihrer verbliebenen Soldaten aus Syrien auf.

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          Amerikas Verteidigungsminister Mark Esper hat die Syrien-Initiative seiner deutschen Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer zwar begrüßt, will aber keine Truppen beisteuern. Die Vereinigten Staaten würden es „politisch“ unterstützen, wenn die europäischen Partner sich in Nordsyrien engagieren würden, sagte Esper am Donnerstag beim German Marshall Fund in Brüssel. Er fügte aber hinzu: „Wir beabsichtigen nicht, Bodentruppen oder irgendetwas anderes zu dieser Operation beizutragen.“

          Kramp-Karrenbauer hatte angesichts der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien die Einrichtung einer Sicherheitszone im Grenzgebiet zur Türkei vorgeschlagen, die von einer UN-Truppe geschützt werden soll. Wie diese Truppe zusammengesetzt werden soll und ob sich auch die Bundeswehr beteiligen würde, hatte die CDU-Vorsitzende aber nicht gesagt.

          Esper räumte ein, dass er den Plan Kramp-Karrenbauers noch nicht genau kenne. „Ich habe den deutschen Vorschlag nicht gelesen oder ihn im Detail studiert“, sagte er. „So weit ich weiß, geht es in dem Vorschlag darum, dass europäische Partner gemeinsame Patrouillen in diesem neuen Korridor durchführen wollen. Ich denke, das ist gut.“ Die Vereinigten Staaten würden von den europäischen Partnern schon seit einiger Zeit fordern, mehr für die Sicherheit in dieser Weltregion zu tun.

          Am Donnerstagnachmittag will Kramp-Karrenbauer ihre Pläne bei einem Nato-Verteidigungsministertreffen ihren Amtskollegen vorstellen.

          Russland hat derweil die Vereinigten Staaten zum Abzug auch ihrer letzten in Syrien noch verbliebenen Soldaten aufgefordert. Die amerikanischen Soldaten hätten kein Recht, sich auf syrischem Gebiet aufzuhalten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die russischen Streitkräfte seien die einzigen, die sich mit Erlaubnis der syrischen Führung und deshalb legitim dort aufhielten.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte zwar einen Truppenabzug aus dem Norden Syriens verfügt. Einige Kräfte befinden sich aber noch im Osten Syriens zur Sicherung der Ölfelder sowie in der Zone Al Tanf im Süden. Dem Vernehmen nach sind zudem aus dem Norden noch nicht alle amerikanischen Soldaten abgezogen.

          Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten sich von mehreren Positionen zwischen den Grenzorten Amuda und Al-Darbasija im Nordosten des Bürgerkriegslandes zurückgezogen. In dieser Region sollen künftig russische und türkische Soldaten gemeinsam patrouillieren.

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