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Supreme Court lehnt Antrag ab : Trump wird weiter Märchen erzählen

  • -Aktualisiert am

Wird weiter von einer „gestohlenen Wahl“ sprechen: Noch-Präsident Donald Trump Bild: dpa

Auch wenn der amerikanische Supreme Court bisher nicht mitspielt – das Stück „Eine Demokratie zerstört sich selbst“ ist noch nicht abgesetzt.

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          Mit einem knappen Satz hat das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten einen Antrag auf einstweilige Verfügung abgelehnt, mit der die Zertifizierung des Sieges des Demokraten Biden im Bundesstaat Pennsylvania annulliert werden sollte. Die Argumente der Parteigänger Donald Trumps sind so abstrus, dass die Anrufung des Supreme Court einer Beleidigung gleichkommt. Und auf die hat das Gericht entsprechend reagiert, so wie viele andere untere Gerichte vor ihm.

          Aber auch nach dieser Abfuhr werden Trump und seine Hilfstruppen nicht Ruhe geben, sondern den Amerikanern das Märchen von der manipulierten Wahl in immer neuen Portionen auftischen. Immerhin lassen sich die Gerichte nicht vor diesen Karren spannen.

          Es ist bedauerlich, ja schändlich, dass so viele Republikaner im Kongress Trump politische Schützenhilfe dabei leisten, die Wahlniederlage zu leugnen. Je länger dieses Leugnen geht, desto größer wird der Schaden. Schon jetzt glauben zig Millionen Trump-Wähler, ihrem Helden sei der Sieg „gestohlen“ worden. Mit anderen Worten: Sie halten Biden für einen Betrüger und somit für einen illegitimen Präsidenten, wenn er am 20. Januar das Amt antritt.

          In Amerika läuft das Stück „Eine Demokratie zerstört sich selbst“. Es beginnt damit, dass dauernd unwahre Dinge behauptet werden, geht mit der Dämonisierung des Gegners weiter und endet in der Erosion der Institutionen der Republik. Das klingt düster – es ist düster.

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