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Amerikas Demokratie : John McCains Lektion für Donald Trump

John McCain (1936-2018) Bild: AP

In der Stunde seiner Niederlage hielt der Senator 2008 seine größte Rede. Leider steht nicht zu erwarten, dass sich der Präsident eine Scheibe von McCains Vaterlandsliebe abschneidet.

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          Angesichts der Warnungen vor Ungewissheit, Unruhen und Chaos, angesichts der Versuche, die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten zu delegitimieren, sollte das Ergebnis nicht wie gewünscht ausfallen, empfiehlt es sich, zwölf Jahre zurückzublicken. Es war der Abend des 4. November 2008, und John McCain hatte die Wahl gegen Barack Obama klar verloren. Der Senator war enttäuscht, aber diese Enttäuschung hielt ihn nicht davon ab, die vielleicht größte Rede seines politischen Lebens zu halten. Sie machte ihn zu einem Staatsmann und großen Amerikaner, den nur ein anstandsloser Geselle wie Donald Trump meint, verunglimpfen zu können.

          Dabei tat McCain nur das, was sich gehört(e): Er gestand seine Niederlage ein und gratulierte Obama zu dessen Sieg; er bekundete seinen Respekt und versprach, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um ihn zu unterstützen (was später so oft nicht der Fall war). Vor allem aber rief McCain seine erkennbar unwilligen Anhänger dazu auf, es ihm gleichzutun und in Obama auch ihren Präsidenten zu sehen.

          Wenn Patriotismus pervertiert wird

          Dem ehemaligen Kriegsgefangenen waren Amerika und seine Demokratie heilig. Zu der gehört der friedliche Machtwechsel ebenso wie der Wille zum Ausgleich mit einem politischen Gegner, der eben nicht „Feind“ ist.

          McCain war Patriot. Heutzutage nehmen auch viele für sich in Anspruch, Patrioten zu sein. Aber ihr „Patriotismus“ ist einer des Hasses und der Hetze. Er ist eine Perversion.

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