https://www.faz.net/-gpf-9qjvd

Für die Wirtschaft : Trump will Alaskas Regenwald abholzen lassen

  • Aktualisiert am

Will den Regenwald in Alaska wirtschaftlich nutzen: Präsident Donald Trump Bild: AFP

Im Südosten Alaskas liegt der größte intakte gemäßigte Regenwald der Erde. Er steht unter besonderem Schutz – das will Präsident Donald Trump jetzt aber ändern.

          1 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump will den Regenwald in Alaska zur Abholzung freigeben. Das berichtet die Zeitung „Washington Post“ und beruft sich dabei auf ein Gespräch Trumps mit dem Gouverneur von Alaska Mike Dunleavy an Bord der Air Force One. Demnach habe Trump seinen Landwirtschaftsminister Sonny Perdue angewiesen, im Tongass National Forest 3,8 Millionen Hektar Fläche vom Abholzungsverbot auszunehmen – und damit mehr als die Hälfte des Waldes. Der Tongass National Forest ist der größte intakte gemäßigte Regenwald der Welt und mit 6,9 Millionen Hektar der größte Nationalforst Alaskas. Gemäßigte Regenwälder zeichnen sich durch einen besonderen Wasserhaushalt aus und sind aufgrund ihrer geografischen Lage abgegrenzt von tropischen Regenwäldern.

          Der Schritt würde den Regenwald der Zeitung zufolge für die Abholzung sowie für Energie- und Bergbauprojekte freigeben. Der Tongass National Forest im Südosten Alaskas wurde 1907 eröffnet.

          Präsident Bill Clinton stellte 2001, kurz bevor er das Oval Office verließ, mehr als die Hälfte der Fläche des Tongass National Forest unter besonderen Schutz und verhinderte damit den Bau von Straßen in dem Gebiet. Sein Nachfolger George W. Bush versuchte diese Restriktionen aufzuheben, scheiterte später aber an einem Gerichtsurteil, das die Clinton-Entscheidung bestätigte.

          Wie die „Washington Post“ weiter berichtet, kritisieren Politiker in Alaska den besonderen Schutz des Tongass hingegen schon lange, weil dieser das Land in seiner wirtschaftlichen Entwicklung hindere. Nach einem Treffen mit Trump am 26. Juni sagte der republikanische Gouverneur Mike Dunleavy, der Präsident glaube an die Entwicklungsmöglichkeiten Alaskas. „Er tut alles, was er kann, um mit uns über unsere Bergbau- und Holzindustrie zu sprechen“, sagte Dunleavy. „Er kümmert sich sehr um Alaska.“

          Trump hat seit dem Beginn seiner Präsidentschaft schon mehrmals versucht, Regulierungsmaßnahmen seiner Vorgänger für mehr Umweltschutz auszuhebeln oder abzuschaffen.

          Weitere Themen

          Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet Massenimpfung : Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet eine „Massenimpfung“ mit seinem heimischen Impfstoff. Dessen Testphase soll erst im Mai abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen sagen trotzdem: Wird schon!

          Österreichs Durchhalteparolen

          Lockdown verlängert : Österreichs Durchhalteparolen

          In Österreich wird der Lockdown vorerst bis zum 8. Februar verlängert. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründet das vor allem mit dem „Briten-Virus“. In Wien demonstrieren derweil Tausende gegen die Corona-Politik der Regierung.

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.