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Biden-Trump-Momente : Kein gemeinsamer Nenner

Im ersten TV-Duell: Donald Trump und Joe Biden Bild: AP

Anderthalb Stunden lang beharken sich Donald Trump und Joe Biden in ihrer ersten Debatte. Sie diskutieren über sechs Themenbereiche und zeigen vor allem ihre großen Unterschiede. Die Debatte in sieben Video-Szenen.

          4 Min.

          Joe Biden hatte vor der ersten Debatte mit Donald Trump im diesjährigen Präsidentschaftswahlkampf gehofft, er werde sich nicht vom Präsidenten in einen Schlagabtausch verwickeln und auf dessen Niveau herunterziehen lassen. Das ist ihm nicht gelungen. Die anderthalb Stunden waren eine dreckige Angelegenheit. Immer wieder unterbrachen sich die beiden Diskutanten. Immer wieder musste Moderator Chris Wallace sie ermahnen. Und immer wieder sagte einer der beiden: „Das stimmt überhaupt nicht“.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Über sechs Frageblöcke erstreckte sich diese „Diskussion“, bei der vor allem eines klar wurde: Die beiden Kontrahenten haben nichts gemein. Und sie stimmen bei keinem der behandelten Themen überein, die Wallace für das erste der drei TV-Duelle ausgewählt hatte: Corona-Pandemie, Erderhitzung, Rassismus in den Vereinigten Staaten, die wirtschaftliche Lage des Landes oder die Sicherheit der Präsidentenwahl am 3. November.

          Die Schlüsselmomente des Duells:

          Schon nach einer Viertelstunde riss Joe Biden der Geduldsfaden. „Hat irgendwer eine Ahnung, was dieser Clown hier treibt?“, fragte er in die Kamera. Immer wieder hatte Trump ihn schon in den ersten Minuten der Debatte mit Unterstellungen unterbrochen, die Biden mit „absolut nicht korrekt“ abtun musste. Alles was der Präsident bis dahin gesagt habe, seien Lügen gewesen, so der Herausforderer. Doch das half ebenso wenig wie die Aufforderung des Moderators, Biden ausreden zu lassen. Trump ignorierte sie schlicht. Also versuchte Biden, Stärke zu demonstrieren. Er habe es mit „dem falschen Kerl, in der falschen Nacht, zum falschen Zeitpunkt“ zu tun, sagte er. Trump fuhr trotzdem fort und versuchte, ihn in die linke politische Ecke zu drücken. Er stimme mit Senator Bernie Sanders in bestimmten Punkten überein. Da schien Biden die Resignation zu übermannen, und er beleidigte den Präsidenten. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben.

          Herausforderer Joe Biden wollte vor allem mit Donald Trumps schlechtem Management in der Corona-Krise punkten. Seine immer wieder aufgestellte Behauptung, in wenigen Wochen werde es einen Impfstoff geben, wiederholte Trump auch in der Debatte. Moderator Chris Wallace fragte Biden daraufhin, ob Biden und seine Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris nicht das Vertrauen in die Wissenschaft untergrüben, wenn sie sie sagten, dass die von Trump abhängigen Wissenschaftler nicht die Wahrheit sagten. Doch, den Wissenschaftlern könne man vertrauen. Es gebe viele, die unabhängig seien, so Biden. Einzig Präsident Trump könne man nicht vertrauen, nachdem er so viele Lügen über das Corona-Virus verbreitet habe.

          Die Nachricht war wie ein Gewitter kurz vor dem ersten TV-Duell über das Wahlkampfteam von Donald Trump hereingebrochen. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge soll der Präsident gerade einmal 750 Dollar Einkommenssteuer in den Jahren 2016 und 2017 gezahlt haben. Und das, nachdem Trump als erster Präsident seit Jahren seine Steuererklärung geheim gehalten hatte. Kein Wunder, dass Trump die Behauptung nicht auf sich sitzen ließ und wie stets in den Gegenangriff ging. „Millionen“ habe er gezahlt, behauptete Trump auf eine entsprechende Frage. Biden, der seine Steuererklärungen der vergangenen Jahre Stunden vor dem Duell veröffentlicht hatte, insistierte, der Präsident solle es ihm gleichtun: „Zeigen Sie uns ihre Steuererklärung.“ Er werde sie zeigen, wenn die Überprüfung beendet sei, sagt Trump. Aus der Nummer kam der Präsident nicht heraus. Seiner Antwort, sie würden gerade von der Steuerbehörde überprüft und er könne sie deshalb nicht öffentlich machen, hat der Chef der Steuerbehörde schon vor Jahren widersprochen.

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