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Trump erlässt Stone Strafe : Die Loyalität zahlt sich aus

Siegesgewiss: Roger Stone nach der Verkündung, dass sein alter Freund Donald Trump ihm seine Gefängnisstrafe erlässt Bild: Reuters

Bislang schreckte Donald Trump davor zurück, direkte Mitarbeiter seiner Kampagne zu begnadigen. Nun hat Amerikas Präsident die Strafe für seinen ehemaligen Berater Roger Stone ausgesetzt. Ist das Verrat an seinem Amt?

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          „Roger Stone ist jetzt ein freier Mann!“, hieß es am Freitag aus dem Weißen Haus. Der ehemalige Berater und Freund des Präsidenten habe in den letzten Monaten „sehr gelitten“ und sei „sehr unfair“ behandelt worden. Donald Trump hatte Stones' Strafe mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Der 67-jährige hätte in wenigen Tagen eine 40-monatige Haftstrafe antreten sollen. Ein Bundesgericht sah es im vergangenen November als erwiesen an, dass Stone Ermittlungen des Kongresses behindert, gelogen und versucht hatte, Zeugen zu beeinflussen. Die Ermittlungen des Sonderstaatsanwaltes Robert Mueller über die Verbindungen der Trump-Kampagne nach Russland hatten Stone belastet. In dem Prozess ging es unter anderem um seine Verbindungen zur Enthüllungsplattform Wikileaks, die im Wahlkampf 2016 gehackte E-Mails des Demokratischen Nationalkomitees veröffentlicht hatte. Laut der Anklage sollte sich Stone für die Trump-Kampagne bei Wikileaks nach weiterem belastenden Material erkundigen.

          In den vergangenen Wochen hatte Stone an die Behörden appelliert, ihn nicht ins Gefängnis zu schicken, weil er dort an Covid-19 sterben könnte. Nun scheint sich auszuzahlen, dass Stone Trump in seinem Verfahren nie direkt belastete. Schon zu Beginn des Prozesses hatte er gesagt, er sei einer der enthusiastischsten Unterstützer des Präsidenten und werde nichts Negatives über diesen aussagen. „Er weiß, dass ich enorm unter Druck stand, ihn zu belasten“, sagte Stone am Freitag in einem Gespräch mit NBC-Journalist Howard Fineman, der Sätze daraus auf Twitter zitierte. „Es hätte meine Situation erheblich leichter gemacht. Aber ich habe es nicht getan.“ Stone sagte laut Fineman kurz vor Bekanntwerden der Entscheidung auch, er wolle keine Begnadigung, sondern einen Erlass der Gefängnisstrafe. Später bedankte er sich über seinen Anwalt für den „Gnadenakt“ Trumps, durch den er sich „unglaublich geehrt“ fühle.

          Einst bezeichnete er sich selbst als „dirty trickster“

          Trump hat schon öfter loyale Unterstützer begnadigt oder ihre Strafen ausgesetzt – Stone ist aber der erste direkte Mitarbeiter aus der Kampagne des Präsidenten. Der Mann mit den auffälligen Anzügen ist ein politischer Strippenzieher und für seine weit verzweigten Verbindungen und provokativen Aussagen bekannt. Seinen Rücken ziert ein Tattoo mit dem Konterfei Richard Nixons, einst bezeichnete er sich selbst als „dirty trickster“, als Mann der schmutzigen Tricks. Stone war bereits in den Wahlkämpfen der späteren republikanischen Präsidenten Nixon und Ronald Reagan aktiv, und schon seit den 1980er Jahren war er ein enger Vertrauter von Donald Trump. Kurzzeitig war Stone auch offizieller Mitarbeiter von Trumps Wahlkampagne. Im Sommer 2015 schied er aus, hielt aber weiter Kontakt zum späteren Präsidenten.

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