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Wahlleute stimmen für Biden : Die Realität erreicht die Republikaner

  • -Aktualisiert am

Kein Zweifel mehr – auch bei immer mehr Republikanern nicht: Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Bild: AFP

Viele Republikaner ignorieren auch nach der Abstimmung der Wahlleute die Tatsache, dass Joe Biden der nächste Präsident wird. Doch die Phalanx bekommt Lücken. Und der Wahlverlierer verabschiedet einen einstmals treuen Gefolgsmann.

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          Die Abstimmung der Wahlleute aus den Bundesstaaten hat es am Montag bestätigt: Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Für ihn stimmten 306 Wahlmänner und -frauen, für Donald Trump 232. Am Abend rief Biden dazu auf, das Ergebnis anzuerkennen, die Nation politisch zu „heilen“ und mit vereinten Kräften gegen die Coronavirus-Pandemie zu kämpfen, die mittlerweile im Schnitt jede Minute einen Menschen in den Vereinigten Staaten tötet.

          Viele Republikaner ließen sich jedoch weder vom Wahlergebnis noch von Bidens Appellen beeindrucken. In mehreren Bundesstaaten, in denen die Demokraten gewonnen hatten, gab es rechtlich nichtige „Gegen-Abstimmungen“ der republikanischen Wahlleute. Die üblichen höflichen Glückwünsche der Gegenseite blieben meist aus. Senats-Mehrheitsführer Mitch McConnell und Kevin McCarthy, Oppositionschef im Abgeordnetenhaus, nahmen Bidens Sieg noch immer nicht verbal zur Kenntnis. Viele republikanische Politiker ignorierten weiter entsprechende Nachfragen. Zu groß ist bei vielen wohl die Angst um die eigene Wiederwahl – und die Loyalität zu Donald Trump. Stattdessen gab es vage Sätze, von denen sich jene bestätigt fühlen können, die in vielen Städten gegen das Wahlergebnis protestieren: „Wir werden uns das ansehen“,  sagte etwa die republikanische Senatorin Marsha Blackburn aus Tennessee auf die Frage nach ihrer Reaktion auf die Abstimmung.

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