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Wahl in Amerika : Das Hadern der Anderen

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Hillary Clinton gegen Donald Trump heißt das Duell um das Weiße Haus. Doch Demokraten wie Republikaner hadern mit ihrer Kandidatenauswahl. Bild: dpa

Sanders, Rubio, Cruz – sie alle wollten ins Weiße Haus. Doch es wurde ein Duell Clinton gegen Trump. Demokraten wie Republikaner sind mit ihrer Wahl nicht mehr zufrieden. Was wäre mit anderen Kandidaten geschehen?

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          Was wäre, wenn...? Fragen dieser Art werden von Menschen, die von sich behaupten, ausschließlich im Hier und Jetzt zu leben, gerne als überflüssig abgetan. Vor der Präsidentenwahl werden sie in Amerika trotzdem heiß diskutiert. Was wäre eigentlich, wenn sich anstatt Skandal-Kandidat Trump zum Beispiel Floridas geschmeidiger Senator Marco Rubio in den Vorwahlen durchgesetzt hätte, lautet eine der Fragen, die man in diesen Tagen in den Vereinigten Staaten oft zu hören bekommt – unmittelbar gefolgt von der Behauptung, dass „der, aber ganz klar, Clinton doch locker besiegen würde“.

          Interessant: Nicht nur Republikaner verlieren sich in solchen Konjunktiv-Diskussionen. Auch manche Demokraten zweifeln spätestens seit den nicht enden wollenden E-Mail-Affären von Hillary Clinton an ihrer Vorwahl-Entscheidung. Hinzu kommen die schlechten Beliebtheitswerte ihrer Kandidatin, die mittlerweile fast auf dem dramatisch niedrigen Level von Donald Trump angekommen sind. Dabei sei es doch nie so einfach gewesen, eine Präsidentschaftswahl zu gewinnen wie in diesem Jahr, sagen Republikaner und Demokraten unisono. Nie sei der Gegenkandidat beziehungsweise die Gegenkandidatin so schwach gewesen.

          Während die Republikaner auf „die E-Mails“ von Clinton zeigen, ihre fragwürdige Wall-Street-Nähe oder die unübersichtlichen Aktivitäten ihrer Stiftung sowie den Standpunkt vertreten, dass nach den acht Amtsjahren des Demokraten Barack Obama im Weißen Haus ohnehin ein Wechsel fällig wäre, zeigen die Demokraten einfach nur kopfschüttelnd auf Trump. Jemand, der im Wahlkampf eine Wählergruppe nach der anderen beleidige, seine Eitelkeit nicht in den Griff bekomme und inhaltlich kaum mit detaillierten Programmen überzeugen könne, müsste doch eigentlich ganz einfach zu schlagen sein. Zumal unter Obama zuletzt ja auch alles gar nicht so schlecht gelaufen sei.

          Wie von der Plattform Wikileaks veröffentlichte interne E-Mails zeigen, wäre in den Augen der Clinton-Kampagne ein Präsidentschaftswahlkampf gegen Marco Rubio wohl das mit Abstand das schwerste Los gewesen. Der dynamische Mitvierziger aus Florida hätte als Sohn kubanischer Einwanderer viele Amerikaner mit lateinamerikanischen Wurzeln auf seine Seite ziehen können, vor allem aber sich als junge, frische Alternative zu Clinton positionieren können. Rubios Reden seien „inspirierend“ und würden eher an einen Demokraten als einen Republikaner erinnern, warnte Clinton-Beraterin Christina Reynolds schon 2015. „Ich würde bei einer Präsidentenwahl nicht gerne gegen Marco Rubio antreten“, so Clintons Wahlkampfchef John Podesta.

          Floridas geschmeidiger Senator Marco Rubio
          Floridas geschmeidiger Senator Marco Rubio : Bild: AP

          Auch wenn Rubio in vielen Bereichen, etwa beim Thema Abtreibung, sehr konservative Positionen vertritt, hätte er sich wohl durchaus im Großen und Ganzen als moderater Kandidat darstellen können, der gerade in den von Republikanern und Demokraten umkämpften Staaten Wechselwähler gewinnen kann. Den Vorwurf, dass er als junger Senator über vergleichsweise wenig Erfahrung und keine klare inhaltliche Linie verfüge, hätte er zudem recht leicht parieren und stattdessen auf seinen bemerkenswerten Aufstieg aus armen Verhältnissen verweisen können.

          Auch John Kasich, Kumpeltyp und inhaltlich gemäßigter Gouverneur aus Ohio, der sich trotz enttäuschender Vorwahlergebnisse lange Hoffnung auf eine Kandidatur der Republikaner gemacht hatte, hätte zum jetzigen Zeitpunkt, da sind sich viele Beobachter einig, wohl große Siegeschancen. „Kasich hätte den Wettkampf der Charaktere ganz sicher gewonnen“, schreibt etwa Bloomberg-Innenpolitik-Experte Francis Wilkinson und verweist auf die Tatsache, dass der 64-Jährige in nahezu allen Umfragen des Vorwahlprozesses sehr deutlich in Führung lag, wenn Wähler gefragt wurden, ob sie lieber Kasich oder Clinton im Weißen Haus sehen wollen.

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