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Quartett von Abgeordneten : Wie linke Demokraten Biden unter Druck setzen wollen

Die Mitglieder des „Squad“ bei einer Pressekonferenz in Washington im Juli 2019 Bild: AFP

Vier Abgeordnete der Demokraten wollen ihre Partei nach links rücken und verlangen das auch von Joe Biden. Sie machen viel Lärm und bewegen wenig.

          5 Min.

          Squad ist ein englisches Wort, das so viel wie Truppe oder Kommando bedeutet. Wenn Leute aus einem Problemviertel in Amerika zusammen Musik machen und ihrer Gruppe einen angriffslustigen Namen geben wollen, dann nennen sie sich Terror Squad oder Bomb Squad. Wenn aber im momentanen Wahltrubel von einem Squad die Rede ist, wissen die meisten Amerikaner gleich, dass keine Rapper aus der Bronx gemeint sind, sondern ein Quartett von Abgeordneten aus dem Repräsentantenhaus: Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ayanna Pressley und Ilhan Omar. Sie nennen sich selbst „The Squad“. Das war die Idee von Ocasio-Cortez, ihr gemeinsames Wahlkampfkomitee heißt „Squad Victory Fund“.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die vier gehören zum linken Flügel ihrer Partei, und weil sie jung sind, furchtlos und frech, haben sie in den vergangenen Jahren für viel Aufsehen gesorgt. Sie beschuldigten ihre Mehrheitsführerin Nancy Pelosi, zu nachgiebig mit den Republikanern umzugehen. Sie warfen der eigenen Parteiführung vor, Kandidaten aus der Arbeiterklasse zu unterdrücken. Sie machten Wahlkampf gegen Mandatsträger ihrer Partei, um sie durch radikalere Kandidaten zu ersetzen. Noch härter waren die Auseinandersetzungen mit Republikanern.

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