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Wahlwissen : Auf welche Staaten es nun ankommt

  • -Aktualisiert am

Auftritt im „Swing-State“ Ohio: Hillary Clinton Bild: AFP

In der finalen Phase des amerikanischen Wahlkampfs sind beide Kandidaten fast ausschließlich in den „Swing States“ unterwegs. Warum das so ist, und wieso diese Staaten so entscheidend sind.

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          Ein Blick auf den Terminkalender der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten genügt, um auszumachen, in welchen Staaten es bei der Präsidentenwahl in diesem Jahr knapp wird. Am Samstag ist Demokratin Hillary Clinton in Florida, ihre Tochter Chelsea in North Carolina und Vize-Präsident Joe Biden für sie in Pennsylvania unterwegs.

          Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump bereist am Samstag auf eigene Faust ganze vier Staaten: Um 10 Uhr geht es los in Florida, um 13 Uhr ist er in North Carolina, um 17 Uhr in Nevada und um 21:30 Uhr spricht er in Colorado. Ein strammes Programm.

          Die meisten Analysen werten in diesem Wahljahr zehn Staaten als sogenannte „Swing States“, in denen keiner der Kandidaten in den Umfragen einen deutlichen Vorsprung hat: North Carolina, Nevada, New Hampshire, Florida, Pennsylvania, Ohio, Virginia, Wisconsin, Colorado und Iowa. Dort wird sich die Wahl letztlich entscheiden, denn insgesamt sind in diesen Staaten noch 130 Wahlmänner des „Electoral College“ zu holen. Wer ins Weiße Haus einziehen möchte, braucht mindestens 270 Wahlmänner hinter sich. Je bevölkerungsreicher ein Staat, desto mehr Stimmen sind zu gewinnen.

          Umfragen

          Viele Stimmen der insgesamt 538 Wahlmänner sind praktisch vergeben, weil in den meisten Staaten der Wahlausgang bereits absehbar ist. In Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Staat Amerikas, sind beispielsweise 55 Wahlmänner zu holen — die allesamt ziemlich sicher an Clinton gehen werden. Der Staat hat seit Jahren mehrheitlich demokratisch gewählt, das wird sich auch bei dieser Wahl nicht ändern. Für Texas gilt das Gegenteil: Hier kann Trump mit 35 Wahlmännern rechnen, da der Staat traditionell republikanisch wählt.

          Entscheidend sind letztlich nur eine paar einzelne Wahlbezirke

          In der Regel gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen alle Wahlmänner des Staates automatisch für sich. „Winner takes it all“, der Gewinner bekommt alles, nennt man dieses Prinzip. Selbst wenn Trump also Ohio nur mit 50,1 Prozent der Stimmen gewinnen sollte, werden dennoch alle 18 Wahlmänner des Staates für ihn wählen.

          Den Fokus legen die Präsidentschaftskandidaten in der finalen Phase des Wahlkampfes deshalb auf die bevölkerungsreichsten „Swing States“: Florida mit 29, Pennsylvania mit 20, Ohio mit 18 und North Carolina mit 15 Wahlmännern. Und obwohl beispielsweise in Pennsylvania Clinton in den Umfragen knapp vorne liegt, könnte sich das Blatt hier noch wenden — genau wie in den anderen „Swing States“. Gewinnt einer der beiden Kandidaten alle dieser vier Staaten, ist es sehr wahrscheinlich, dass er oder sie auch die Wahl gewinnen wird.

          Doch auch die „Swing States“ lassen sich weiter einteilen, in Wahlbezirke, die traditionell demokratisch, republikanisch oder wechselhaft wählen. In vielen dieser Bezirke lässt sich das Wahlergebnis relativ sicher voraussagen. Somit bleiben ein paar einzelne Landstriche, die die komplette Präsidentenwahl entscheiden können. Das Politik-Magazin „Politico“ hat die 25 wichtigsten davon hier aufgelistet. Auffällig ist, dass sich selbst die einzelnen Wahlbezirke erstaunlich exakt mit dem Terminkalender der Kandidaten decken.

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