https://www.faz.net/-gpf-a4ld1

Wahl in Amerika : Stummschalttaste für Trump und Biden bei TV-Duell

  • Aktualisiert am

Joe Biden (l), der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten und Präsidentschaftsbewerber der amerikanischen Demokraten und der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: dpa

Bei der letzten Debatte zwischen Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden wollen die Organisatoren mit einer Stummschalttaste für ein geregeltes Wortgefecht sorgen. Trumps Wahlkampfmanager bezeichnet die Entscheidung als parteiisch.

          2 Min.

          Nach dem chaotischen ersten TV-Duell zwischen dem amerikanischen Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden werden die Regeln für ihr nächstes Zusammentreffen angepasst. Teilweise soll das Mikrofon eines Kandidaten stummgeschaltet werden während der andere spricht, wie die zuständige unabhängige Kommission (CPD) amerikanischen Medien zufolge am Montagabend mitteilte. Damit sollen gegenseitige Unterbrechungen der Kandidaten bei der Debatte am Donnerstag (Freitagmorgen MESZ) reduziert werden.

          Zu jedem neuen Themenkomplex dürfen Trump und Biden wie gehabt jeweils zwei Minuten Stellung nehmen, aber dabei wird nur das Mikrofon des Kandidaten eingeschaltet sein, dem der Moderator das Wort erteilt. Für jedes Thema sind rund 15 Minuten Gespräch vorgesehen – für den Großteil des TV-Duells werden daher beide Mikrofone eingeschaltet bleiben, um einen Austausch der Ideen zu gewährleisten, wie die Kommission erklärte.

          Man hoffe, dass die Kandidaten dabei die Sprechzeit ihres Gegenübers respektieren würden, „um zum Vorteil der Zuschauer einen zivilen Austausch zu fördern“, hieß es weiter. Beide Kandidaten sollten in der Summe etwa auf die gleiche Sprechzeit kommen. Falls ein Kandidat durch Unterbrechungen Zeit verliere, würde dieser jene Zeit extra gutgeschrieben bekommen, hieß es in der Pressemitteilung.

          „Regeländerung in letzter Minute“

          Die Kommission erklärte, die Anpassung der Regeln werde wohl keines der beiden Wahlkampfteams zufriedenstellen. Für manche gingen die Änderungen nicht weit genug, andere lehnten auch diese ab. „Wir sind zuversichtlich, dass diese Maßnahmen das richtige Maß darstellen und dass sie im Interesse der Menschen in Amerika sind, für die diese Debatten stattfinden“, erklärte die Kommission.

          Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien lehnte die Änderung ab, erklärte aber, dass der Präsident trotzdem an dem TV-Duell teilnehmen werde. Er warf der unabhängigen Kommission vor, parteiisch zu sein. „Präsident Trump hat es sich zur Aufgabe gemacht, Joe Biden zu debattieren, unabhängig von den Regeländerungen der voreingenommenen Kommission in letzter Minute, um ihrem favorisierten Kandidaten einen Vorteil zu verschaffen", sagte Trumps Kampagnenmanager Bill Stepien.

          In der ersten Debatte Ende September hatte Trump Biden sehr häufig unterbrochen, was zu teils chaotischen Szenen führte. Auch Biden unterbrach Trump mehrfach, der Moderator schien teils hilflos. Ursprünglich waren drei TV-Duelle zwischen Trump und Biden geplant gewesen. Das zweite wurde jedoch abgesagt: Die Kommission hatte wegen Trumps Covid-19-Erkrankung das Format geändert und wollte die Kandidaten anstatt einer persönlichen Begegnung online zusammenschalten. Trump lehnte das ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trauernde haben Kerzen vor der Porta Nigra - dem Wahrzeichen der Stadt Trier - aufgestellt

          Fünf Tote in Trier : Mutmaßlicher Amokfahrer muss vor Haftrichter

          Einen Tag nach der schrecklichen Amokfahrt in Trier entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie für den festgenommenen Autofahrer Untersuchungshaft oder eine Unterbringung in der Psychiatrie beantragt. Fünf Menschen wurden am Dienstag in der Innenstadt getötet.
          Fragwürdige Ehrung: „Ahnengalerie“ im Bundesarbeitsgericht in Erfurt

          Frühere Bundesrichter : Tief verstrickt in NS-Verbrechen

          Das Bundesarbeitsgericht hat seine Vergangenheit nie aufarbeiten lassen. Jetzt zeigt sich: Etliche seiner Richter hatten in der NS-Zeit Todesurteile zu verantworten oder sich auf andere Weise schwer belastet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.