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Amerika nach der Wahl : Bidens Zuversicht und Trumps Verzweiflung

Joe Biden am Mittwoch in Wilmington, Delaware Bild: AP

Joe Biden will der Präsident aller Amerikaner sein, erklärt er ruhig. Amtsinhaber Donald Trump wütet derweil. Er schickt seine Anwälte los. In einigen Staaten will er die Auszählung stoppen, in anderen unbedingt weitermachen.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Erst erklärte er sich zum Wahlsieger, dann schimpfte er angesichts sich verändernder Mehrheiten über Betrug und will klagen – und am Mittwochabend telefonierte Donald Trump unter den republikanischen Gouverneuren herum, um seiner Wut Luft zu machen. Ruhige Zuversicht sieht anders aus. Die zeigte dafür Joe Biden, als er zweimal in Delaware auftrat und erklärte, im Fall eines Wahlsieges wolle er der „Präsident aller Amerikaner“ sein. Im Kampf um die Präsidentschaft wird auch am dritten Tag Geduld angesagt sein. Viele Vorhersagen, die ein knappes Rennen in Battleground States prophezeit hatten, sind eingetreten – nur die Dauer der Auszählung und die damit verbundenen Emotionen konnte so niemand vorhersehen.

          Biden lag am Mittwochabend vorn. Von den 270 Wahlleute-Stimmen, die erreicht werden müssen, schrieben ihm die amerikanischen Medien 253 zu, Trump 213. Der Vorsprung kam zustande, nachdem sich Biden in zwei Bundesstaaten der früheren so genannten „blauen Mauer“ hatte durchsetzen können, die Trump 2016 knapp gewonnen hatte. Wisconsin und Michigan fallen demnach an Biden, in Pennsylvania gibt es noch zu viele ungezählte Stimmen. Dass die Biden-Kampagne hoffnungsfroh ist, liegt am guten Abschneiden in Arizona und wahrscheinlich in Nevada. In all diesen Bundesstaaten würde der ehemalige Vizepräsident seinen Sieg den Menschen in urbanen Zentren wie Milwaukee, Detroit oder Phoenix, sowie umliegenden Vororten verdanken. In Georgia wiederum lag am Mittwochabend zwar Trump vorn, doch hunderttausende Briefwahlstimmen waren noch nicht ausgezählt – viele davon aus Atlanta.

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