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Reaktion auf Ausschreitungen : Twitter kennzeichnet Tweet von Trump als Gewaltverherrlichung

  • Aktualisiert am

Donald Trump bei einer Veranstaltung in Colorado Springs am 20. Februar 2020 Bild: AP

„Beginnt das Plündern, beginnt das Schießen“, schreibt Amerikas Präsident auf Twitter in Reaktion auf die anhaltenden Ausschreitungen wegen des gewaltsamen Todes von George Floyd. Für den Kurznachrichtendienst geht die Drohung des amerikanischen Präsidenten zu weit.

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          Twitter hat am Freitagmorgen einen weiteren Beitrag von Amerikas Präsident Donald Trump mit einem Hinweis versehen. Darin hatte Trump den Demonstranten in Minneapolis gedroht: „Beginnt das Plündern, beginnt das Schießen.“

          Twitter schrieb, dass der Tweet gegen die Regeln des Kurznachrichtendienstes zur Gewaltverherrlichung verstoße. Man habe sich jedoch dazu entschlossen, den Tweet zugänglich zu lassen, da möglicherweise ein öffentliches Interesse daran bestehe. Er lässt sich durch einen Klick wieder anzeigen. Allerdings können Nutzer den Beitrag nicht mit mehr „Gefällt mir“ markieren, darauf antworten oder ihn kommentarlos teilen.

          Dem Portal „Business Insider“ zufolge zitierte Trump, wissentlich oder nicht, mit seinem Tweet einen rassistischen amerikanischen Polizisten aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der frühere Chef der Polizei von Miami, Walter Headley, soll es im Zuge der dortigen Proteste im Dezember erstmals verwendet haben. Headley war für seine Stop-und-Frisk-Taktik berüchtigt, bei der Polizisten ohne Anhaltspunkte Bürger anhalten und durchsuchen. Auch der zwischenzeitliche Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Michael Bloomberg, hatte sie in seiner Zeit als Bürgermeister von New York anwenden lassen. Dabei wurden in der Vergangenheit überproportional Schwarze zum Ziel der Untersuchungen.

          In Minneapolis finden seit Tagen massive Proteste statt. Zuvor war der 46 Jahre alte Afroamerikaner nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben. Die insgesamt vier involvierten Polizisten wurden entlassen, aber bislang weder festgenommen noch angeklagt. Am Donnerstag zündeten die Demonstranten auch eine Polizeiwache an. Der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, forderte die Nationalgarde an. 

          500 Soldaten seien in die Region Minneapolis entsandt worden, teilte Minnesotas Nationalgarde mit. Ihre Aufgabe sei es, Leben und Eigentum zu schützen sowie friedliche Demonstrationen zu gewährleisten.

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