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TV-Debatte : „Niemand, der für so viele Tote verantwortlich ist, darf Präsident bleiben“

  • Aktualisiert am

TV-Debatte in Nashville Bild: AP

In der letzten TV-Debatte vor der Wahl attackiert Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump für dessen Umgang mit der Corona-Krise: „Wir werden durch einen dunklen Winter gehen.“

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          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in der letzten TV-Debatte vor der Wahl versucht, die Glaubwürdigkeit seines Herausforderers Joe Biden zu untergraben. Er brachte immer wieder Vorwürfe auf, dass Bidens Sohn Hunter zweifelhafte Geschäft in der Ukraine gemacht habe – und das Biden, damals Vizepräsident, angeblich davon profitiert habe. „Ich habe niemals in meinem Leben einen Penny von einer ausländischen Quelle angenommen“, konterte Biden.

          Zentrale Themen der Debatte am Donnerstagabend (Ortszeit) in Nashville im Bundesstaat Tennessee waren der Kampf gegen die Corona-Krise, Hilfen für Unternehmen und Verbraucher, die Gesundheitsversorgung der Amerikaner und Rassismus.

          Die Debatte verlief gesitteter als das erste Duell Ende September. Die Kandidaten ließen einander ausreden und folgten weitgehend den Fragen der Moderatorin Kristen Welker. Ihre Missbilligung füreinander drückten sie eher mit einem Grinsen oder einem Kopfschütteln aus.

          Nach rund einer Stunde bröckelte allerdings die Geduld des 74-jährigen Präsidenten – er ließ sich mehrfach nicht von der Moderatorin stoppen, wenn sie ihn zur aktuellen Frage zurückbringen oder zum nächsten Thema übergehen wollte.

          Deutlich in der Debatte wurden die unterschiedlichen Ansätze zum Weg aus der Corona-Krise. Trump, der sich selbst infiziert hatte und erkrankt war, betonte auch vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen, dass er auf keinen Fall weitere Lockdowns wolle. „Die Medizin darf nicht schlimmer als das Problem selbst sein“, sagte der Präsident. Amerika lerne, mit dem Virus zu leben.

          Das löste eine scharfe Reaktion des 77-jährigen Bidens aus: „Die Leute lernen, damit zu sterben!“ Und er attackierte Trump weiter: „Niemand, der für so viele Todesfälle verantwortlich ist, darf Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bleiben.“ Zudem zeichnete der Herausforderer ein düsterer Bild für die kommenden Monate: „Wir werden durch einen dunklen Winter gehen.“ Auf den Vorwurf, er übernehme keine Verantwortung für die Krise entgegnete Trump: „Ich übernehme die volle Verantwortung. Es ist nicht meine Schuld, dass es hierher bekommen ist. Es ist nicht Joes Schuld. Es ist Chinas Schuld.“

          Der bei Schwarzen populäre Biden bekräftigte, dass es in Amerika in den Institutionen verankerten Rassismus gebe. Trump bezeichnete er als den rassistischsten Präsidenten. „Er gießt in jedes einzelne rassistische Feuer Öl.“

          Der Präsident wiederholte seine Behauptung, dass niemand mehr als er für schwarze Amerikaner getan habe - mit Ausnahme von Präsident Abraham Lincoln mit der Abschaffung der Sklaverei. „Ich bin die am wenigsten rassistische Person in diesem Raum“, sagte er - direkt neben der Afroamerikanerin Welker.

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          Beim Thema Außenpolitik betonte Trump abermals, dass es in seiner Amtszeit entgegen Warnungen seines Vorgängers Barack Obama keinen Krieg mit Nordkorea gegeben habe. Biden entgegnete: „Wir hatten ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa einfiel.“ Trump hielt ihm vor, in seinen acht Jahren als Vizepräsident eine zu schwache Außenpolitik betrieben zu haben.

          Biden reagierte mehrfach mit ungläubigem Lachen, unter anderem als Trump davon sprach, dass Windräder „alle Vögel töten“. Der Herausforderer betonte: „Der Klimawandel, die Erderwärmung sind die nächste existenzielle Bedrohung für die Menschheit.“ Er werde deshalb dem Klimaabkommnen von Paris wieder Beitreten, aus dem die Vereinigten Staaten unter Trump ausgetreten waren.

          Das erste TV-Duell der beiden Kandidaten Ende September war im Chaos versunken. Vor allem Trump fiel Biden immer wieder ins Wort und ließ ihn nicht ausreden. Biden bezeichnete Trump im Gegenzug unter anderem als „Rassisten“, „Lügner“, „Putins Welpen“ und „den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte“. Eine ursprünglich für Anfang Oktober geplante zweite Debatte platzte nach der Covid-19-Erkrankung des Präsidenten.

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